Pjotr Ugulu -Dark Lord of Chorweiler City

Wie ihr ja wisst (oder auch nicht) besteht der Stadtteil Chorweiler nicht nur aus Chorweiler sondern auch aus anderen Stadtteilen wie Seeberg, Worringen und einigen anderen. Im Zentrum jedoch ist Chorweiler mit dem alten Rathaus. Pjotr Ugulu hat es geschafft nach dem Crash die Urkunden für das Gebäude und den umliegenden Häusern wie das City Center zu bekommen. Durch Kölschen Klüngel von der Stadt Köln beglaubigt. Pjotr Ugulu der dicke Oger mit dem urkölner Akzent und der türkrussischen Herkunft ist damit in Chorweiler-City einer der mächtigsten Männer. Mit seiner Gang den Al Yabloko (blutroter Apfel) führt er unter dem Segen der grauen Wölfe, Chorweiler City mit eisener Hand und solange die Wölfe so wie einige Politiker, ihren Teil des Kuchens bekommen, wird das auch so bleiben. Wobei er recht gnadenlos ist, falls jemand seine Miete nicht zahlen kann, wird er zur Arbeit gezwungen oder darf Organe lassen. Alternativ nimmt er auch Kinder in Zahlung oder lässt die Frauen anschaffen gehen.

>> Diese Bandite hann dä Name von däm Wohrzeiche dä Stadt däm rote Appel, e en de Johre jekommened Monument steht direkt vör däm Rathuus

>>de Tüüt

>>Die letzten Jahre über sind die Mietpreise in die Höhe geschossen, was die Mieter unter immer mehr Druck setzt, ich denke bald knallt es Gewaltig entweder auf die ein oder andere Weise

>>Silent Sam

>>Jawohla!!

>>Fred

>>Was macht er den mit den Arbeitskräften?

>>Fatih

>>Naja Drogenanbau, Arbeiten am City Center, Renovierungsarbeiten, ist ja nicht so als ob er nicht nichts tut für das Geld. Aber man spürt die Anspannung

>>Silent Sam

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Mer Kölsche

Die Überschrift sagt schon, worum es sich diesmal dreht, den Kölner an sich. Nur wer die Menschen versteht, die in Köln leben, versteht auch das komplexe Gebilde der Soziologie der Stadt. Also hört gut zu und lernt, wie bei uns die meisten Leute ticken. Das ein oder andere Face unter euch wird da schon seine Schlüsse ziehen können. Der typische Kölner ist, wie die meisten Bürger des RRP, in einem Verein. Da gibt es Kleingärtner, Fußballfans, Eishockeyfans und natürlich der Karnevalsverein (sei es nun aktiv oder passiv). Weit gefährlich sind auf dem Land die Schützenbruderschaften, bewaffnete Laien, ihr versteht schon.  Mit einem Kölner lässt sich gut feiern und saufen, „schee e leckered Stängschen trinken“, während man über Gott und die Welt Verzell hält. Für die Auskölner unter euch: ein Stängschen bedeutet nix anderes wie ein Kölsch-Glas und in diesem Zusammenhang halt ein Kölsch. Pils geht auch noch, bestellt aber niemals an der falschen Stelle ein Alt.

Das Kölsche Grundgesetz ist für viele Kölner tief verwurzelt. Der Kölner redet gerne und viel – auch mit Fremden. Dabei sollte man nicht vergessen alles aufzunehmen. Denn er verspricht viel, hält davon aber nur wenig und ab und an behauptet er es auch nie gesagt zu haben. „Isch han dir niemals versproche dat isch dat Ding besorje kann“.

Man kann sie leicht begeistern, aber wenn es nun mal nicht klappt, zucken sie gerne mit den Achseln und berufen sich auf das rheinische Grundgesetz. So oder so, wird euch auffallen, dass das Grundgesetz an vielen Stellen gerne zitiert wird. Auch hängt es oft in Kneipen aus.

Eine wichtige Sache habe ich noch vergessen. Hierzu berufe ich mich mal auf nem Chummer, der überlegte sich das Programm „Der Kölner Dom astral“ zu installieren. Dazu fragte er nen Köbes an einer nahe gelegenen Kneipe, ob er es installiert hat und wenn ja ob es gut ist. Die Antwort des Köbes war kurz und prägnant wie es nurn Kölner kann „nä, äwer dat ess su“

 Das Grundgesetz

Artikel 1: Et es wie et es.

(„Es ist wie es ist.“)

 Sieh den Tatsachen ins Auge.

 

Artikel 2: Et kütt wie et kütt.

 („Es kommt wie es kommt.“)

 Füge dich in das Unabwendbare; du kannst ohnehin nichts am Lauf der Dinge ändern.

 

Artikel 3: Et hät noch emmer joot jejange.

 („Es ist bisher noch immer gut gegangen.“)

 Was gestern gut gegangen ist, wird auch morgen funktionieren.

 Situationsabhängig auch: Wir wissen es ist Murks, aber es wird schon gut gehen.

 Artikel 3.1: [tritt in Kraft wenn 3 nicht gut genangen ist]

Et hätt noch schlimmer kumme künne.

 („Es hätte noch schlimmer kommen können.“)

Artikel 3.2 [alternative]

Hammer immer su jemaat!

 („Haben wir immer so gemacht“)

 

Artikel 4: Wat fott es, es fott.

 („Was fort ist, ist fort.“)

 Jammer den Dingen nicht nach.

   Artikel 4.1: Mer muss och jönne könne!

  („Man muss auch gönnen können.“)

 Sei weder neidisch noch missgünstig!

 

Artikel 5: Et bliev nix wie et wor.

 („Es bleibt nichts wie es war.“)

 Sei offen für Neuerungen.

 

Artikel 6: Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.

 („Kennen wir nicht, brauchen wir nicht, fort damit.“)

 Sei kritisch, wenn Neuerungen überhand nehmen.

 

Artikel 7: Wat wells de maache?

 („Was willst du machen?“)

 Füg dich in dein Schicksal.

 

Artikel 8: Maach et joot, ävver nit zo off.

 („Mach es gut, aber nicht zu oft.“)

 Achte auf deine Gesundheit.

Artikel 8.1: Mer muss sisch och jet jönne könne!

 („Man muss sich auch etwas gönnen können.“)

 Nur in einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist.

Oder: Das Gebot zur Nächstenliebe bedeutet nicht, dass man den eigenen Körper und Geist lieblos behandeln soll.

 

Artikel 9: Wat soll dä Käu?

 („Was soll das sinnlose Gerede?“)

 Stell immer die Universalfrage.

 

Artikel 10: Drinks de ejne met?

 („Trinkst du einen mit?“)

 Komm dem Gebot der Gastfreundschaft nach.

 

Artikel 11: Do laachs de disch kapott.

 („Da lachst du dich kaputt.“)

 Bewahr dir eine gesunde Einstellung zum Humor.

 

Artikel 12: Jede Jeck is anders!

(„Jeder Jeck (Karnevalsfan) ist anders!“)

Akzeptiere die Unterschiede

 

 

 

 

Eisberg – nur keine kalten Füße kriegen, Chumma

Frechen Marsdorf war früher ein Industriegebiet mit größeren Einkaufsmöglichkeiten wie Möbelhäusern, Baumärkten und diversen Fastfoodläden.

Mittlerweile ist Frechen nur noch eine weitere von Köln aufgefressene Vorstadt, in der das ewige Dröhnen der mehrstöckigen Autobahn wiederhallt und Marsdorf mit seinen riesigen Hallen ist teilweise verkommen, teilweise wird es noch wie früher als Lagerfläche genutzt.

Nachts erwachen einige der alten Lagerhallen zu neuem Leben und ziehen die Partypeople von Köln an, denn Marsdorf ist immer noch schnell mit dem Auto oder der Bahn zu erreichen.

Schicke Clubs sucht man hier vergebens, hier geht die Masse hin, wenn es drum geht sich mal die Seele aus dem Leib zu tanzen und mit den Kumpels eine gute Nacht zu haben. Ob man danach noch weiter zieht in die teureren Clubs der Innenstadt, oder doch in Marsdorf versackt, ist jedem selbst überlassen.

Einer der großen Läden ist der Eisberg. Ehemals ein Kühlhaus, hat man ihm ein paar Kilo haushoher blauer Leuchtreklame im Schneedesign angedübelt und das Innere mit genug Eis und weißblau beleuchtetem Plexiglas ausgestattet, dass die Titanic ihre Probleme bekäme, den Eisberg unbeschadet zu passieren.

Um sich im Angebot der Großdiskotheken abzusetzen, hat jeder Laden seine eigene Strategie entwickelt. Beim Eisberg hat man sich kurzerhand an das gehalten, was die Halle hergab und einfach die Kühlanlage wieder in Betrieb genommen.

So herrschen im Inneren der Disko schnuckelige – 18 Grad, egal wie kalt oder warm es draußen ist.

Im Eingangsbereich der Disko kann man Thermokleidung und Schuhe leihen. Die meisten Besucher des Eisberg wissen, was sie erwartet und staffieren sich mit einer Mischung aus warmer Kleidung und nackter Haut aus. Immerhin geht es immer noch drum, zu sehen und gesehen zu werden.

Da die meisten Leute schon mit dicken Jacken kommen, sind die Türsteher des Eisberg Kummer gewöhnt und verdammt gut darin, die Gäste zu filzen, damit alles was nicht in den Laden soll auch entweder gleich draußen bleibt, oder vorher in einer der Aufbewahrungskisten abgegeben wird. Die Türsteher sind zumeist russischstämmig und machen dem Klischee des eher wortkargen schrankgroßen Typen alle Ehre. Allerdings sind auch immer ein paar Frauen vorne in der Eingangskontrolle, so dass auch Besucherinnen auf korrekte, aber gründliche Weise durchgecheckt werden.

Diese sorgfältige Kontrolle macht den Eisberg zu einem Ort, wo man sich gerne auch mal trifft, obwohl man auf der Straße nicht ohne Stunk aneinander vorbei könnte.

Außerdem werden die Aufbewahrungskörbe für unerlaubte Mitbringsel gerne genutzt, um Ware zu transferieren. Genügt doch zum abholen eines der Plastkästen ein kleiner RFID-Chip, den man mit der Bezahlung des Eintritts bekommt und auf dem auch die Getränke abgerechnet werden.

Natürlich kann man im Eisberg auch feiern. Es gibt insgesamt vier Tanzflächen, eine lange Eisbar und auf einer Empore genug Nischen, wo man bequem sitzen und sich auch unterhalten kann, ohne sich die Seele aus dem Leib brüllen zu müssen. Außerdem hat man von der umlaufenden Empore einen guten Blick auf die große zentrale Tanzfläche vor der Bar, eine von unten blau beleuchtete Eisfläche, auf der die Trockeneis-Nebelschwaden die ganze Nacht hindurch wabern.  An den Wochenenden tanzen über der Eisfläche magische Illusionen und die magische Sicherheit hat auch ein Auge auf die Besucher.

Am Rande der Tanzfläche gibt es den Cube – einen Würfel aus mattem Glas, Eis und einem Haufen Tech, der das Abhören der Vorgänge im Inneren zu einer echten Herausforderung werden lässt. Den Cube kann man mieten und ich hab schon einige beunruhigende Gestalten drin verschwinden sehen. Manchmal wird er aber auch nur für Privatparties genutzt. Das Innere ist mit mehreren Eisblöcken ausgestattet, die mit Fellen bedeckt sind, um das sitzen bequemer zu gestalten. Dazu gibt es persönliche Kellner, die jeden Wunsch erfüllen und eine Tridanlage, die immer auf dem neusten Stand gehalten wird.

Der Eisberg ist in russischer Hand, was für Kölner Verhältnisse eher ungewöhnlich ist, aber anscheinend versteht sich die Belegschaft des Eisberg gut mit den Chorweilern und da der Laden bisher noch nicht in Flammen aufgegangen ist, scheint alles glatt zu laufen.

Es gab vor kurzem ein wenig Unruhe, als der alte Chef des Eisberg tot in seinem Büro gefunden wurde, angeblich mit seinem eigenen Kuli direkt im Herz steckend. Wobei böse Zungen behaupten, dass er sicher nicht daran gestorben ist, wo der alte Vassili doch eh kein Herz hatte, sondern nur einen Eisklotz. Alle Versuche den Mörder zu finden verliefen im Sand und im Moment dümpelt der Eisberg ruhig durch die Nacht. Böse Zungen behaupten, es ist die Ruhe vor dem Sturm, wird der Laden doch zur Zeit von den drei Söhnen des Toten geleitet und die waren schon immer schlecht darin, mit ihren Geschwistern zu teilen.

Doch die Partymeute draußen bekommt davon wenig mit, so lange die Musik stimmt und die Getränke heiß genug sind, um die Kälte vergessen zu lassen, machen sie die Nacht zum Tag.

Also, immer schön in Bewegung bleiben, damit ihr nicht festfriert. Und gebt gut Trinkgeld, die nächste Saftschubse, die euch eure Drinks bringt, bin vielleicht ich. 😉

Rauchzeichen überm Grüngürtel

Wenn die Rauchsäulen den Grüngürtel vernebeln und einem der Geruch verbrannten Fleisches in die Nase sticht, wenn sich nackte Menschen mit Sonnencreme und Gras zu einer klebrigen Mischung verbinden und man mindestens einen Fußball an den Kopf getreten bekommt – dann ist Sommer in Köln.

Und alles, was auch nur ansatzweise in der Lage ist, ein Feuerzeug zu bedienen, pilgert gen Grüngürtel, um den Grill anzuschmeißen, sich Hautkrebs zu holen und ein paar lecker Kölsch zu vernichten.

Die ganz Bekloppten belagern noch das Rheinufer, um sich dummdreist zur Abkühlung in die Fluten zu stürzen und den Rest des Tages in der Notfallambulanz der Dermatologen zu verbringen, aber so Bescheuerte oder Besoffene kenn ich ehrlich gesagt nicht.

Fakt ist wohl, das die Sonne zumindest in allen männlichen Exemplaren unserer Spezies den unbeugsamen Drang erzeugt, totes Tier auf Gitterroste zu schmeißen, um die dann übers Feuer zu zerren.

Die Damenwelt versucht ja zumeist mit leichten Sommer-Salätchen aus ihrem bevorzugten Beauty-Magazin dagegen zu halten, aber seien wir mal ehrlich, Fett ist nun mal ein Geschmacksträger und Salat kann man nun mal nicht wirklich grillen.

Also nehme ich mir was Kühles zu trinken mit, setz mir ne Kappe auf und genieße die Show. Da spielen sich Dramen ab über vergessene Dinge wie Grillzangen und Kleinkinder.  Da trennen sich Männer von Mädchen, wenn es um die Wahl des besten Grillanzünders geht und hier und da werden vereinzelte Truppenteile gen nächstem Supermarkt entsandt, um mehr Kohle, Fleisch und Bier zu bunkern.

Ist man nett, interessiert und mitleidig genug, sowie im Besitz von Brandblasensalbe, Feuerzeug und einem netten Lächeln nebst tiefem Ausschnitt, kann man sich hemmungslos durchs Buffet schnorren und mit den Telefonnummern von mindestens fünf Studenten und drei Familienvätern nach hause gehen, während hinter einem der Ehekrach in eine neue epische Runde einsteigt. Hachja, ich liebe den Sommer im Grüngürtel. Aber ganz ehrlich, nach ein paar Stunden bin ich auch wieder froh, in die eisige Kälte meiner Arbeitsstelle zurück zu kehren mit nix im Leib außer der bunten Mischung Soy-Würstchen mit Soßen und dem Geruch von Rauch in meinen Haaren. An den Abenden mach ich am meisten Trinkgeld. Irgendwie komisch, oder?

 ***

Und jetzt noch mein persönlicher Favorit beim Grillzubehör:

Winters Zwiebel-Bacon-Butter – denn Ja! Fett ist ein Geschmacksträger!

1 Packung gesalzene Butter

1 Packung Bacon

2 Zwiebeln

1 Teelöffel schwarzen Pfeffer (frisch gemahlen am besten)

5 Teelöffel milden Löwensenf

 

Das können selbst Dummies, vertraut mir.

Holt euer gutes Katana aus dem Schrank und metzelt den Bacon und die Zwiebeln in kleine Würfelchen. Je kleiner, je weniger bleibt euch nachher zwischen den Zähnen hängen.

Macht ein bisschen von der Butter in den Deckel des Mülleimer, in dem ihr das Feuerchen gemacht habt und lasst sie schmelzen. Erst den Bacon rein und bei kleiner Hitze zusehen, wie das Fett langsam schmilzt. Kopf drüber halten, einatmen, Hunger bekommen. Den auf Männer anziehendsten Duft der Welt in den Haaren speichern (Ja, Bacon schlägt auch die teuerste Haarspülung Mädels, vertraut mir!).

Wenn das Fett im Bacon langsam weggeschmolzen ist, kippt die Zwiebeln dazu.

Jetzt eine Runde Hexe am Kessel geben und immer mal wieder rühren, bis das alles knusprig wird. Wenn es schwarz wird kippt es ins Feuer. Röstaromen sind ja nett, aber zu viel schmeckt Scheiße.

Ist alles schön knusprig, kippt es in ne olle Dose, Pfeffer und Senf dazu und wenn ihr nicht klein genug gehackt habt, weil euer Katana zerbrochen ist, haltet den Zauberstab rein und püriert den Kram. Aber nur kurz, sollen ja noch Stückchen übrig bleiben.

Dann die salzige Butter dazu. Rühren bis alles halbwegs gleich aussieht.

Das wird jetzt ein bisschen flüssig, aber wenn ihr es mit ins Eisberg bringt, ist es im rubedidub wieder fest und ich klau es euch.

Und jetzt… Butter, oder Kartoffel oder Fleisch oder Brot oder ne nackte Frau oder was immer ihr als Trägermaterial als geeignet empfindet nehmen, die Butter drauf und… hmmmm… Sommer!

Hat geschätzte 3 Millionen Kalorien pro Portion, aber ich schwöre euch, es ist es wert. Fett sollte gut angelegt sein.

 

Natürlich? Oder künstlich? Natürlich künstlich!

Ich muss gestehen, ich bin verwirrt.

Ich neige dazu, Fehler zu machen weil ich manchmal einfach zu neugierig bin.

Vielleicht erinnert ihr euch dran, dass ich euch davor gewarnt habe, keine Pakete anzunehmen, die ihr nicht bestellt habt.

Nun, sowas ist besonders verlockend, wenn man die Bude gerade erst bezogen hat und das Paket Grund zu der Annahme liefert, das was drin ist, was ihr sonst sicher nicht bezahlen könntet. Schon alleine deswegen, weil das verdammte Paket fast bis zur Decke reicht. Ich meine… Hey, es könnte ein genialer Kühlschrank zum reinstellen sein, oder ein Trid oder ein aufblasbares Torpedoboot oder… also, schnell unleserlich quittieren, die Beute in die Bude schleifen und einen Moment lang träumen.

Von unerwartetem Reichtum, kühlen Getränken und lustigen Überraschungen. Immerhin kam letzte Woche ein Gratistoaster – kein Scheiß!

Aber wie wir ja alle nur zu gut wissen, ist das Leben kein Ponyhof und warum sollte man irgendwas geschenkt bekommen.

Nehmen wir mal an, ihr öffnet so ein Paket. Und neben einer halben Tonne Styroporverpackungsmüll, der immer noch überall in eurer Bude klebt, kommt da ne Puppe zum Vorschein. So in Lebensgroß. Quasi ein Spielzeug für Erwachsene. Nen Haufen Kohle wert, was toll ist, denn ihr spielt zwar nicht mehr mit Puppen, kennt aber genug große Jungs, die sich sicher freuen würden, mal einen wegstecken zu können. Vielleicht sind sie sogar bereit, euch das Ding abzukaufen, wenn ihr nur die Bedienungsanleitung für das hübsche Püppchen finden könntet.

Aber erstens kommt es ja anders und zweitens… ihr kennt das Spiel.

Fakt ist diese Puppe ist entweder keine, oder jemand anders hat die Fernbedienung. Verkaufen könnt ihr euch abschminken. Nachdem die Kennenlernphase abgeschlossen ist und die Puppe die Waffe wieder weggesteckt hat, unterhält man sich ein wenig, geht in die Stadt zum bummeln und shoppen und äh… ja… Stop!

Und da hab ich jetzt ein Problem. Wie stelle ich fest, ob etwas/jemand eine Drohne ist oder nicht? Ich meine, Menschen kann man schlecht per UPS verschicken, oder?

Aber Puppen sollten nicht durch die Gegend laufen, sich verhalten wie ein ganz normaler Mensch und dazu noch anbieten, einem bei Problemen im Haushalt zu helfen. Oder?

Und während ich jetzt hier in der Bahn sitze und von Lenis Klüngelbud gen Hürth fahre, um ein Silbermesser an irgendeinen verrückten Typen zu liefern, der das gerade dringend für irgendwas braucht, grübel ich.

Ist sie natürlich?

Künstlich?

Natürlich künstlich?
Und wenn sie nicht echt ist, wer steuert sie dann? Und was will der von mir?

Kann ich sie sowas fragen? Ich meine, ohne mich völlig zum Vollhonk zu machen?

Zu sagen „Kann ich mal deine Seriennummer sehen“ kommt doch quasi sexueller Belästigung gleich unter Drohnen, oder?

Also ihr Hacker, Rigger und sonstige Techfreaks, klärt mich bitte mal auf.

Natürlich rein hypothetisch.

Achso, muss ich mir jetzt Sorgen drum machen, dass Werwölfe rumlaufen, nur weil ein Kunde dringend ein Silbermesser haben will und auf das Silber besteht?

Fragen über Fragen…

Aber die mit der Puppe, die wäre mir dann doch am wichtigsten, rein hypothetisch – natürlich.

Lenis Klüngelbud – Die Pfandleihe

Ok, ich weiß ja nicht, womit ihr so euer Geld macht, aber ich verdien mir ab und zu was dabei, indem ich kleinere Botengänge erledige. Was ich da schon für kuriose Dinge besorgen sollte, glaubt mir kein Metamensch.

Ein guter Anlaufpunkt für die meisten Sachen ist entweder der nächste größere Baumarkt oder aber Lenis Klüngelbud, eine Pfandleihe auf der Luxemburger Straße, stadtauswärts Richtung Hürth.

Hier gibt es alles Mögliche und vor allem Unmögliches. Unglaublich, wovon sich die Leute für ne Hand voll Kleingeld trennen.

Natürlich nimmt Leni, die Besitzerin, auch Sachen in Zahlung, erwartet euch aber bitte keinen wundersamen Geldregen. Das kaufen macht hier deutlich mehr Spaß, als das verkaufen.

Die Besitzerin hat eine kleine Stocklist in der Matrix, die erstaunlicherweise sehr aktuell ist und auch eine Ankaufgesuche-Rubrik. Wenn ihr also noch alten Plunder im Keller stehen habt, könnt ihr ihn bei Leni vielleicht versilbern, statt ihn zur Müllkippe schleppen zu müssen.

Lenis Laden ist, genau wie die Besitzerin eher winzig. Die Pfandleihe ist in eine Häuserlücke gezwängt und ich bin mir nicht so ganz sicher, ob da überhaupt jemals ein Laden sein sollte. Fakt ist, das der Laden sich über mindestens drei Stockwerke erstreckt, von denen man aber nur das Erdgeschoss betreten kann, den Rest nutzt Leni als Lager und ich bin mir ziemlich sicher, dass nur sie weiß, was wo liegt.

Alleine die Auslagen im Laden treiben mich schon in den Wahnsinn. Man braucht scheinbar ewig, um alles in den Unmengen an Auslagen, die jeden freien Zentimeter bedecken zu sehen und dann entdeckt man doch beim dritten Hinschauen immer noch was Neues, wovon man schwören könnte, das es eben noch nicht da war.

Das winzige Schaufenster ist genau wie die Türe und die meisten Vitrinen und Schaukästen solide vergittert und Leni sitzt ebenfalls in ihrem Kassenhäuschen hintern Gittern auf ihrem Thron. So nennt sie den ollen Ohrensessel, der sie bis auf Tischniveau bringt, denn die gute Leni ist eine Zwergin und selbst für diesen Metatypus ist sie ein bisschen kurz geraten. Dafür ist sie fast so breit wie hoch und hat eine Stimme, die auf mindestens einen Ork schließen lässt. Muss wohl dran liegen, dass sie Kettenraucherin ist, ich wette, sie steigt noch mit Fluppe im Mund unter die Dusche. Zumindest hab ich sie noch nie ohne gesehen.

Ansonsten ist die Zwergin mit ihren grauen Kringellöckchen und dem geblümten Kittel ohne Ärmel ein kölsches Original. Leute die von außerhalb kamen, hatten schon Probleme sie zu verstehen, denn selbst wenn sie sich Mühe gibt, um hochdeutsch ze kalle, scheitert sie in der Regel kläglich.

Ihr Lieblingsausspruch, gerne auch bei Verhandlungen benutzt, ist „Da leckste mich em Gaade!“, wobei sie soweit ich weiß keinen Garten besitzt. Dafür steht sie drauf Todesanzeigen zu lesen und sich diebisch zu freuen, dass sie noch lebt. Sollten die Verhandlungen schleppend verlaufen, weil Leni erst die Verfügbarkeiten abchecken muss, rate ich jedem, nein zu sagen, wenn sie etwas zu essen anbieten. Sie isst gerne Brötchen mit Leberwurst und Schokostreusel. Wenn ihr ein Brot mit Rübenkraut angeboten bekommt, esst es in genügendem Sicherheitsabstand, sie schlägt gerne drunter, was das Brot, samt dem klebrigen pappsüßen Aufstrich mit der Farbe von Altöl, direkt in euer Gesicht befördert, während Leni sich schlapplacht.

Wer dann ausrastet und keinen Spaß versteht, hat das letzte Mal bei ihr was Exotisches eingekauft, was schade ist, denn sie hat einige gute Kanäle.

Lenis Preise sind fair, wenn man ein wenig Talent im Handeln besitzt, sonst zahlt man zwar einen kleinen Aufpreis, dafür ist ihre Ware in der Regel funktionstüchtig und halbwegs in Schuss. Womit wir dann auch beim Thema wären. Alles was man eigentlich nicht in so ner Pfandleihe finden sollte gibt es natürlich auch, wenn man halbwegs nett fragt und nicht zu sehr nach Undercovercop aussieht.

Liegen wir och enmal op Melaten…

Melaten ist ein ziemlich bekannter Friedhof in Köln. Hier gibt es sowohl Promi-Gräber der kölschen Urgesteine, als auch stinknormale 08/15-Verkippungen der sterblichen Überreste von jedem, der eben das Glück oder Unglück hatte, in unserer schönen Domstadt den Löffel abzugeben.

Es gibt sogar regelmäßige Touristenführungen in den hübscheren Bereichen des Friedhofs und einige der Gräber sind echt nen Besuch wert. Alleine das Kopfschütteln darüber, was hier alles so möglich ist und auch noch auf nem Friedhof aufgestellt wird, beschert einem zuverlässig ein Schleudertrauma. Aber ok. Jeder Jeck is anders, wie der Kölner so gerne sagt.

Touristen erschrecken mag ein beliebter Spass der kölschen Pänz sein, die es sich nicht verkneifen können, als Gruselmonster verkleidet hinter der nächsten Gruft vorzuspringen, doch gab es da auch schon hässliche Zwischenfälle mit überreagierenden vercyberten Stadtbesuchern.  Eigentlich sind wir ja alle zu alt für solchen Blödsinn, oder? Oder?!

Egal. Wovon ich euch eigentlich erzählen wollte, ist dass man auf dem Friedhof noch so einiges anderes treffen kann, als verwelkte Blümchen und schiefe Grabsteine.

Taschendiebe lieben die alten Omas, die sich hier am Gehwägelchen durch die Reihen schieben, um dem toten Opa ein Kerzchen anzuzünden. Die laufen einem nicht wirklich hinterher, wenn man ihnen die Tasche klaut. Allerdings sollte man bedenken, wann die Renten ausgezahlt werden, sonst legt man nachher aus Mitleid noch drauf und wer braucht schon das dreiundzwanzigste nach kölnisch Wasser stinkende Spitzentaschentuch als Trophäe? Niemand. Also, vergesst die Omas und haltet euren Kram fest.

Denken wir eine Runde größer. Noch größer… Ok. Ihr wolltet schon immer mal nen echten Vampir treffen? Ja, haben wir. Aber Achtung! Das meiste, was schwarze Umhänge trägt und beim Sprechen wegen der Spitzzähne lispelt, ist definitiv ein Fake. Dafür sind die Spinner ganz scharf auf Feten auf dem Friedhof und sind auch nicht abgeneigt, den lecker Mädche ein paar Scheine dafür zuzustecken, dass sie sich als Blutspender zur Verfügung stellen. Ein kleiner Tipp unter Mädels, tragt was scharfes in Schwarz und achtet drauf, euch nicht zu viel abzapfen zu lassen. Zum einen ist Blutmangel doof beim wegrennen, sollte es mal brenzlig werden und zum anderen kotzen euch die Spinner sonst in die Spitzencorsage. Zu viel Blut im Magen gibt nunmal Börks bei Normalsterblichen. Achso, und lasst euch nicht beißen, das gibt hässliche blaue Flecken und funktioniert doch nicht wirklich, nehmt lieber steriles Blutabnahmebesteck, denn Sicherheit geht vor, nicht wahr? Im Karnevalsbedarf gibt es ganz entzückende mit Kunstklunker besetzte Goldschimmerbecher aus Plastik, wenn ihr so einen mitnehmt, um den „Königen der Nacht“ euer flüssiges Innenleben zu kredenzen, werden sie euch lieben – bis Mama ihnen das Taschengeld kürzt.

Wollt ihr einem echten Vampir begegnen, dann seid ihr auf Melaten eher falsch, da empfehle ich euch das Eisberg, aber davon berichte ich euch ein andermal mehr. Also geht davon aus, alles was ihr an angeblichen Vampiren auf dem Friedhof trefft, sind Freaks.

Und da wären wir auch gleich bei meiner nächsten Gruppe von Leuten, die auf Melaten rumeiern. Freaks. Hmja, ich muss gestehen, seit mir einer der Freaks da letztes Mal den Hintern gerettet hat, seh ich das doch aus einem etwas differenzierteren Blickwinkel.

Ok, ich gehöre nicht wirklich zu den gläubigen Menschen, aber ich muss mich auch nicht die ganze Zeit drauf konzentrieren, nicht in Flammen aufzugehen, wenn ich ne Kirche betrete. Trotzdem finde ich Leute in komischen Klamotten, die bei jeder Gelegenheit die Bibel zitieren, statt einem ne normale Antwort zu geben, eher schräg. Vor allem, wenn sie sich auch noch eher im verfallenden Bereich des Friedhofs aufhalten und dazu neigen quasi aus der Dunkelheit zu materialisieren. Ich glaub ja nicht, dass der Typ ein Vampir ist, aber vom Gruselfaktor kommt er oft nah ran. Fakt ist aber, dass ich letztens sehr unschön von seiner Aussage, es gäbe Ghule auf Melaten, überzeugt wurde. Ich hab ja gedacht es ist nur ne kleine Freak-Story, als er mir erzählte, er würde Ghule jagen, aber als er mich letztens davor bewahrte, von ner ganzen Horde als Hauptgang verspeist zu werden, da hätte ich jedes Hallelujah für ihn gesungen, dass er hören will. Amen! Danke Schnüffi, hast was gut bei mir!

Also, achtet auf eure Hintern. Vor allem im Bereich des Krematoriums, wo man angeblich auch unter der Hand gebrauchte Cyberware bekommen kann. Nicht in jeder Plastiktüte hier sind Ersatzkerzchen und nicht auf jeder Leih-Schubkarre (Euro zum freimachen nicht vergessen!) wird nur Graberde durch die Gegend gefahren.

In diesem Sinne, ruhet sanft – und bleibt verdammt nochmal liegen!