Die Sonne scheint mir auf den Bauch…

…soll sie auch! Meine ganze tolle Winter-Blässe geht gerade zum Teufel, aber ich bin verdammt zu faul um aufzustehen.
Es ist warm, aber mit einem Bein im Popup-Pool lässt es sich hervorragend aushalten und wenn ich die Augen schließe, riecht es nach Waldbrand, Sonnencreme und Grillzeug, während die Luftmatratze versucht, mich in den Schlaf zu schaukeln.

Hachja, Sommer in der Stadt kann doch ganz schön sein, wenn man zu Chefs Grillparty zwar nicht eingeladen war, aber da kellnern musste und nun zur Aufräumtruppe gehört.
Natürlich war es nicht ganz einfach, die ganzen Wodka-Scheintoten aus dem Schrebergarten zu bekommen und alleine der Flaschenpfand würde mich vermutlich problemlos über den nächsten Monat bringen. Aber nun, wo alles auf der „Datsche“ wieder in den ein wenig lotterigen Urzustand zurück versetzt ist, haben wir uns eine Pause verdient.

Und eins muss man Chef ja lassen, er ist zwar nicht netter als sein seltsam verstorbener Vorgänger, aber er versteht es, sich mitten im kleinbürgerlichsten Schrebergartenverein Kölns ein Stück Russland zu basteln, dass seinesgleichen sucht.
Seine Parzelle mit dem irgendwie zusammengestückelt aussehenden Häuschen drauf, dass ein wenig „Frankensteins Monster“-Flair hat und umgeben ist von Wildwuchs und Kühlschränken voller eiskaltem Wodka mit so russischen Etiketten, dass ich sie auch nicht mehr lesen kann, das hat schon was.
Überhaupt, diese Schrebergärten könnten eigentlich ganz cool sein, wenn sie nicht so spießig wären.
Und je länger meine Kollegin und ich hier liegen, umso sicherer bin ich, dass wir eher spontane Selbstentzündung ob der erzürnten Blicke der Parzellennachbarinnen riskieren, als einen stinknormalen Sonnenbrand. Dabei ist der Kölsche an sich doch ein wenig nackter Haut nicht abgeneigt, so lange sie nicht dem werten Herrn Gatten ins Auge fällt.

Aber egal, was wollte ich noch sagen? Achja, Sonne macht Hirn weich, Wodka auch.
Ich glaube, so ein Schrebergarten könnte, genau wie die Datschen in Russland, erstaunlich gut dafür zu gebrauchen sein, die Nase eine Weile von der Bildfläche verschwinden zu lassen.
Kein Telefon, keine Hausnummern, fließend Wasser, hohe Hecken, ein Dach über dem Kopf, auch wenn es nur ne Hütte ist. Ok, die Nachbarn sind ein Risiko, aber die Wahrscheinlichkeit, dass die AG Chemie hier vorbei kommt, um das Patent auf die selbstgezogenen nachtleuchtenden Erdbeeren einzufordern, ist eher gering.

Gerade bei den vielen Sommerparties die hier gerade abgehen, fällt die eine oder andere Person mehr gar nicht auf, so lange sie eine Packung Würstchen und ein Sixpack beisteuert. Und ich schwöre, ich hätte mir gestern Nacht beinahe vor Angst ins Höschen gemacht, als da dieser Typ in schwarzem Leder die Hockwende über den Gartenzaun machte. So elegant wie der mich umging, hatte er mich schon im Weg stehen sehen, da wusste ich noch gar nicht, dass ich dem Tod durch Schreck nur knapp entgehen würde. Und ich schwöre gleich noch dazu, dass es keine verwelkten Blümchen waren, die er in der Regenrinne der Datsche zwischenparkte. Dafür war das Gewehr viel zu lang, um noch als Rosenstrauß durchzugehen. Überhaupt, der war nicht echt. Und ein paar der späteren Gäste, die wie Geister aus den Nachbargärten auftauchten, als es fast schon wieder hell wurde, auch nicht. Diese verdammten Hecken überall können Nachts ganz schön gruselig sein.
Ich will auch gar nicht wissen, was so alles im Kartoffelkeller lagert, was in den ganzen ollen Farb- und Nägeleimern so tatsächlich drin ist und ob die Babuschka wirklich Marmelade in die Gläser in der Vorratskammer gefüllt hat. Die eingelegten Gurken waren lecker, den Rest probier ich lieber nicht.

Tagsüber findet man sich dann ein wenig albern, wenn einem die Sonne das Hirn wärmt und alles um einen rum so unspektakulär und spießig aussieht, dass ein untergetauchter Verbrecher oder ein konspiratives Treffen im Rosengarten fast schon Spinnerei wäre. Fast.
Ich geh dann mal weiter Spuren verwisch… äh… aufräumen.

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Arbeit sollte Spass machen, oder? :-(

Wer hat es nicht geliebt als Kind? Einen Besuch auf der Kirmes oder im Vergnügungspark und so lange „Kotzkümpchen“ fahren, wie meine Oma das liebevoll nannte, bis man urplötzlich zu der Entscheidung kam, dass erst essen und dann Achterbahn fahren ne blöde Idee war. Aber wozu hat der liebe Gott die Zuckerwatte erfunden? Die vertreibt den miesen Geschmack schneller, als man Zähne putzen kann und man kann nachher doch in der Geisterbahn rumknutschen. Jetzt schaut nicht so angeekelt, ihr nehmt eh keine Zahnbürste mit, oder?

Letztens überkam mich also spontan Freude und Kindheitserinnerungen, als ich mal wieder einen „Hols und Brings-Auftrag“ bekam und die Übergabe ausgerechnet im uns allseits bekannten Freizeitpark vor den Toren Brühls stattfinden sollte.

Nun war ich wohl eine ganze Weile nicht mehr dort. Vielleicht habe ich auch die Paranoia meines Kontaktes ein klitzekleines bisschen unterschätzt, aber ich sage euch, mitten in der wildesten Schraube des wahnwitzigsten neuen Fahrgeschäftes das gewünschte winzige Elektronikteil aus den Untiefen meines BH’s zu fummeln und es dem kreischenden Fettsack neben mir in die zittrigen angstschweißigen Pfoten zu drücken – das macht keinen Spaß. Vor allem dann nicht, wenn er es erst nach dem dritten Durchgang schafft es zu nehmen und mein Magen mich schon nach dem ersten Mal nach dem Verstand fragt, der leider gar nicht mitfahren wollte.

Aber irgendwie scheint das gerade Trend zu sein, denn nur zwei Tage später holte ich mir auf dem Aqua-Splash ein nasses Höschen und eine Tüte undefinierten Inhaltes ab, die ich dann brav weiterleitete – im Freefalltower.

Ich komm mir langsam vor, wie ein Fahrgeschäftedummy mit Sonderauftrag.

Was ist aus den guten alten Übergaben geworden, die man hinter Pommesbuden und auf Einkaufslädenklos über die Bühne brachte? Wann durfte ich das letzte Mal was in der Kirche unter Bank 13 kleben? Wieso können wir nicht zurück zu stillen Briefkästen auf lauschigen Friedhöfen, auch wenn ich um Melaten zurzeit lieber immer noch einen größeren Bogen laufe? Was ist verkehrt an konspirativen Treffen in kleinen Fresstempeln und den Fake-Liebesblicken, die man potentiellen Tauschpartnern zuwirft, bis das Objekt der Begierde unterm Tisch den Besitzer wechselt? Da hatte man nachher wenigstens nen vollen Magen und war nicht bemüht, sein Essen drin zu behalten. *börps*

Ich hab ja nix gegen Kirmes und Co, aber sollte das nicht Freizeitvergnügen sein? Ok, da gibt es ne Menge Leute auf einem Haufen, aber können wir uns nicht vor dem schiefen Haus in der Schlange anrempeln, statt im dritten Looping nebeneinander zu kreischen und zu versuchen die Transaktion hinter uns zu bringen, bevor der Fotopunkt kommt und wir nachher die Übergabe in Hochglanz mit nach Hause nehmen können?

Och Leute…

Also, wenn ihr mich das nächste Mal im Überschlagkatapult entdeckt, sprecht mich nicht an, ich bin auf Arbeit.

Tulpen aus Amsterdam?

Neulich sagt meine Kollegin nach der Nachtschicht zu mir „Komm wir fahren nach Amsterdam, ich hab ein Doppelticket gewonnen und alleine hab ich keine Lust.“

Doppelticket? Amsterdam? Was ist los? Aber sie meinte es ernst, also packt sie ihre größte Shoppingtasche ein und nimmt mich ins Schlepptau und wir setzen uns hundemüde im Hauptbahnhof in son Zug der voll ist mit beschwipsten ollen Hausfrauen auf Kegeltour und lassen uns nach Amsterdam karren.

Die alten Schnapsdrosseln schmettern eine Stunden lang jeden Schlager, der ihnen einfällt und noch mindestens drei, die ich selbst im Kölner Karneval noch nie gehört habe. Ich wünsche mir spontan Dämpfer oder eine ganze Packung Tranqpatches. Dummerweise hört niemand mein leises Weinen. Ja so ist das Leben.

Aber jede Folter geht irgendwann vorbei und wir kommen endlich an und die Meute fällt aus dem Zug. Ich hoffe inständig, sie verschwinden alle auf Nimmerwiedersehen irgendwo zwischen Tulpen und Gouda.

Hundemüde und schwer genervt kann ich zu Amsterdam nicht viel sagen außer: Die Pommes sind lecker, passt auf, dass ihr nicht in die Grachten fallt und überall Kiffer und Touristennepp in Form von Plastiktulpen und komischen Holzschuhen.

Na egal. Ich gönne mir Plattfüße, eine Koffeinüberdosis und einen Karomini, der mit Amsterdam so viel zu tun hat wie ein steptanzender Eisbär mit Silberfischen. Aber zumindest meine Kollegin ist glücklich und bis zur Nasenspitze vollgestapelt mit Tüten voller Nippes und Klamotten. Also wanken wir zurück gen Zug.

Und da sind sie wieder: Die Kegelschwestern des Grauens!

Leise stöhnend sinke in ich meinen Sitz und wünsche mir, ich hätte doch irgendwelche Kleinigkeiten gekauft, um mein geschundenes Hirn zu betäuben, aber nun ist es zu spät und ich muss da durch.

Wie sagt der Kölner doch so schön: Et is noch immer joot jejange.

Auch wenn es sich gerade definitiv nicht so anfühlt.

Und da kommt doch tatsächlich die Rettung in Form eines schnuckeligen männlichen Blondschopfs dessen Alter nicht jenseits der Mumifizierung liegt. Der Typ sieht genauso verzweifelt aus, wie ich mich fühle und wir quatschen ein bisschen.

Über besoffene Tussen, Amsterdam, Köln und was einem halt so einfällt, wenn man überraschend mit einem attraktiven Menschen zusammentrifft und der auch noch nett und lustig ist.

Wir schaffen es die feierwütige Meute zu ignorieren, die nun sogar im Gang abwechselnd tanzt und sich übergibt. Irgendwann ist dann Köln nur noch fünf Minuten weg und der Blondschopf entschuldigt sich bei mir und verhaftet mal schnell vor dem Aussteigen noch drei verdächtige Typen und übergibt sie an die Bahnpolizei.

Zivilbulle.

Na Klasse. Muss ich jetzt beleidigt sein, weil er mir zum Abschied nur zugezwinkert hat und nicht einmal meine Personalien aufgenommen hat?

Ich bin verwirrt – und schieb das lieber mal auf den Schlafmangel. Öhmja…

Ich putz hier nur!

Ach ja, es geht doch nix über eine schnuckelig aufgeräumte saubere Wohnung. Nachdem ich endlich mal diese verdammten Verpackungsflöckchen aus den letzten Ecken meines Miniappartements geprockelt hatte und dabei noch so einige Dinge ans Tageslicht gezerrt habe, von denen ich gar nichts wissen wollte, schau ich aus dem Fenster und sehe einen riesigen Troll, der im Putzoutfit Gedöns über die Straße karrt. Hätte der mal nicht früher auflaufen können?!

Und dann hab ich das getan, was ich ja nicht soll und mal scharf nachgedacht.

Ein Putztroll? In Chorweiler? Ich glaub ja an vieles, aber nicht an den Weihnachtsmann und Leute, die in Chorweiler XXXHappy CleanXXX auflaufen lassen, um sich die Bude durchfeudeln zu lassen.

Und dann hab ich noch ein Stück weiter gedacht und mal überlegt, was alles in so ein Putzwägelchen passt – und da eigentlich gar nicht rein gehört. Uiiii!

Eine kurze Matrixsuche meinerseits förderte dann, neben diversen Methoden wie man zuverlässig Kakerlaken aus Appartements vertreibt, auch noch zu Tage, dass Happy Wischiwaschi ein Nacktputzunternehmen ist. Und jetzt mal ehrlich, wer will einem Troll dabei zuschauen, wie er nicht nur das Staubtuch schwingt? Ok, jedem das seine, aber ich brauch das definitiv nicht, abgesehen davon, wäre meine Bude voll, wenn der Troll da einen Schritt rein macht und dann ist sein Putzwägelchen noch gar nicht mit drinnen.

Was will ich euch also mit dieser Werbesendung sagen? Zum einen, dass defekte Putzdrohnen ärgerlich sind und zum anderen, das nicht jede Putze, der ihr da draußen begegnet eine Ahnung davon hat, wie man Urinstein entfernt, wohl aber, wie man den Verursacher entfernt.

Ich hab mal ein bisschen die Äuglein offen gehalten und ehrlich gesagt achtet kein Schwein drauf, was eine Reinigungsfachkraft so den ganzen Tag treibt.

Und wenn ich alleine an die Sachen denke, die man alle in diese Wagen packen kann… All die Sprühflaschen, Reinigungsmittel und mysteriösen Scheuerpasten, mit denen man alles wegbekommt! Auch die gesicherte Wohnungstür von Herrn Neureich, nur weil der keinen Bock hat, seine Haare selber aus dem Abfluss zu puhlen und  nebenbei auf diese Weise nicht nur seinen Schmutz los wird, sondern auch noch seine Wohnungseinrichtung samt Schmuck und Aktienpaketen oder was immer da so rumliegt.

Ja ich sag es euch, zuverlässiges Putzpersonal ist schwer zu bekommen und die Ausweise leicht zu fälschen. Ist immer ne Überlegung wert.

In diesem Sinne, frohes Scheuern, vielleicht lohnt es sich ja.

Pjotr Ugulu -Dark Lord of Chorweiler City

Wie ihr ja wisst (oder auch nicht) besteht der Stadtteil Chorweiler nicht nur aus Chorweiler sondern auch aus anderen Stadtteilen wie Seeberg, Worringen und einigen anderen. Im Zentrum jedoch ist Chorweiler mit dem alten Rathaus. Pjotr Ugulu hat es geschafft nach dem Crash die Urkunden für das Gebäude und den umliegenden Häusern wie das City Center zu bekommen. Durch Kölschen Klüngel von der Stadt Köln beglaubigt. Pjotr Ugulu der dicke Oger mit dem urkölner Akzent und der türkrussischen Herkunft ist damit in Chorweiler-City einer der mächtigsten Männer. Mit seiner Gang den Al Yabloko (blutroter Apfel) führt er unter dem Segen der grauen Wölfe, Chorweiler City mit eisener Hand und solange die Wölfe so wie einige Politiker, ihren Teil des Kuchens bekommen, wird das auch so bleiben. Wobei er recht gnadenlos ist, falls jemand seine Miete nicht zahlen kann, wird er zur Arbeit gezwungen oder darf Organe lassen. Alternativ nimmt er auch Kinder in Zahlung oder lässt die Frauen anschaffen gehen.

>> Diese Bandite hann dä Name von däm Wohrzeiche dä Stadt däm rote Appel, e en de Johre jekommened Monument steht direkt vör däm Rathuus

>>de Tüüt

>>Die letzten Jahre über sind die Mietpreise in die Höhe geschossen, was die Mieter unter immer mehr Druck setzt, ich denke bald knallt es Gewaltig entweder auf die ein oder andere Weise

>>Silent Sam

>>Jawohla!!

>>Fred

>>Was macht er den mit den Arbeitskräften?

>>Fatih

>>Naja Drogenanbau, Arbeiten am City Center, Renovierungsarbeiten, ist ja nicht so als ob er nicht nichts tut für das Geld. Aber man spürt die Anspannung

>>Silent Sam

Natürlich? Oder künstlich? Natürlich künstlich!

Ich muss gestehen, ich bin verwirrt.

Ich neige dazu, Fehler zu machen weil ich manchmal einfach zu neugierig bin.

Vielleicht erinnert ihr euch dran, dass ich euch davor gewarnt habe, keine Pakete anzunehmen, die ihr nicht bestellt habt.

Nun, sowas ist besonders verlockend, wenn man die Bude gerade erst bezogen hat und das Paket Grund zu der Annahme liefert, das was drin ist, was ihr sonst sicher nicht bezahlen könntet. Schon alleine deswegen, weil das verdammte Paket fast bis zur Decke reicht. Ich meine… Hey, es könnte ein genialer Kühlschrank zum reinstellen sein, oder ein Trid oder ein aufblasbares Torpedoboot oder… also, schnell unleserlich quittieren, die Beute in die Bude schleifen und einen Moment lang träumen.

Von unerwartetem Reichtum, kühlen Getränken und lustigen Überraschungen. Immerhin kam letzte Woche ein Gratistoaster – kein Scheiß!

Aber wie wir ja alle nur zu gut wissen, ist das Leben kein Ponyhof und warum sollte man irgendwas geschenkt bekommen.

Nehmen wir mal an, ihr öffnet so ein Paket. Und neben einer halben Tonne Styroporverpackungsmüll, der immer noch überall in eurer Bude klebt, kommt da ne Puppe zum Vorschein. So in Lebensgroß. Quasi ein Spielzeug für Erwachsene. Nen Haufen Kohle wert, was toll ist, denn ihr spielt zwar nicht mehr mit Puppen, kennt aber genug große Jungs, die sich sicher freuen würden, mal einen wegstecken zu können. Vielleicht sind sie sogar bereit, euch das Ding abzukaufen, wenn ihr nur die Bedienungsanleitung für das hübsche Püppchen finden könntet.

Aber erstens kommt es ja anders und zweitens… ihr kennt das Spiel.

Fakt ist diese Puppe ist entweder keine, oder jemand anders hat die Fernbedienung. Verkaufen könnt ihr euch abschminken. Nachdem die Kennenlernphase abgeschlossen ist und die Puppe die Waffe wieder weggesteckt hat, unterhält man sich ein wenig, geht in die Stadt zum bummeln und shoppen und äh… ja… Stop!

Und da hab ich jetzt ein Problem. Wie stelle ich fest, ob etwas/jemand eine Drohne ist oder nicht? Ich meine, Menschen kann man schlecht per UPS verschicken, oder?

Aber Puppen sollten nicht durch die Gegend laufen, sich verhalten wie ein ganz normaler Mensch und dazu noch anbieten, einem bei Problemen im Haushalt zu helfen. Oder?

Und während ich jetzt hier in der Bahn sitze und von Lenis Klüngelbud gen Hürth fahre, um ein Silbermesser an irgendeinen verrückten Typen zu liefern, der das gerade dringend für irgendwas braucht, grübel ich.

Ist sie natürlich?

Künstlich?

Natürlich künstlich?
Und wenn sie nicht echt ist, wer steuert sie dann? Und was will der von mir?

Kann ich sie sowas fragen? Ich meine, ohne mich völlig zum Vollhonk zu machen?

Zu sagen „Kann ich mal deine Seriennummer sehen“ kommt doch quasi sexueller Belästigung gleich unter Drohnen, oder?

Also ihr Hacker, Rigger und sonstige Techfreaks, klärt mich bitte mal auf.

Natürlich rein hypothetisch.

Achso, muss ich mir jetzt Sorgen drum machen, dass Werwölfe rumlaufen, nur weil ein Kunde dringend ein Silbermesser haben will und auf das Silber besteht?

Fragen über Fragen…

Aber die mit der Puppe, die wäre mir dann doch am wichtigsten, rein hypothetisch – natürlich.

Lenis Klüngelbud – Die Pfandleihe

Ok, ich weiß ja nicht, womit ihr so euer Geld macht, aber ich verdien mir ab und zu was dabei, indem ich kleinere Botengänge erledige. Was ich da schon für kuriose Dinge besorgen sollte, glaubt mir kein Metamensch.

Ein guter Anlaufpunkt für die meisten Sachen ist entweder der nächste größere Baumarkt oder aber Lenis Klüngelbud, eine Pfandleihe auf der Luxemburger Straße, stadtauswärts Richtung Hürth.

Hier gibt es alles Mögliche und vor allem Unmögliches. Unglaublich, wovon sich die Leute für ne Hand voll Kleingeld trennen.

Natürlich nimmt Leni, die Besitzerin, auch Sachen in Zahlung, erwartet euch aber bitte keinen wundersamen Geldregen. Das kaufen macht hier deutlich mehr Spaß, als das verkaufen.

Die Besitzerin hat eine kleine Stocklist in der Matrix, die erstaunlicherweise sehr aktuell ist und auch eine Ankaufgesuche-Rubrik. Wenn ihr also noch alten Plunder im Keller stehen habt, könnt ihr ihn bei Leni vielleicht versilbern, statt ihn zur Müllkippe schleppen zu müssen.

Lenis Laden ist, genau wie die Besitzerin eher winzig. Die Pfandleihe ist in eine Häuserlücke gezwängt und ich bin mir nicht so ganz sicher, ob da überhaupt jemals ein Laden sein sollte. Fakt ist, das der Laden sich über mindestens drei Stockwerke erstreckt, von denen man aber nur das Erdgeschoss betreten kann, den Rest nutzt Leni als Lager und ich bin mir ziemlich sicher, dass nur sie weiß, was wo liegt.

Alleine die Auslagen im Laden treiben mich schon in den Wahnsinn. Man braucht scheinbar ewig, um alles in den Unmengen an Auslagen, die jeden freien Zentimeter bedecken zu sehen und dann entdeckt man doch beim dritten Hinschauen immer noch was Neues, wovon man schwören könnte, das es eben noch nicht da war.

Das winzige Schaufenster ist genau wie die Türe und die meisten Vitrinen und Schaukästen solide vergittert und Leni sitzt ebenfalls in ihrem Kassenhäuschen hintern Gittern auf ihrem Thron. So nennt sie den ollen Ohrensessel, der sie bis auf Tischniveau bringt, denn die gute Leni ist eine Zwergin und selbst für diesen Metatypus ist sie ein bisschen kurz geraten. Dafür ist sie fast so breit wie hoch und hat eine Stimme, die auf mindestens einen Ork schließen lässt. Muss wohl dran liegen, dass sie Kettenraucherin ist, ich wette, sie steigt noch mit Fluppe im Mund unter die Dusche. Zumindest hab ich sie noch nie ohne gesehen.

Ansonsten ist die Zwergin mit ihren grauen Kringellöckchen und dem geblümten Kittel ohne Ärmel ein kölsches Original. Leute die von außerhalb kamen, hatten schon Probleme sie zu verstehen, denn selbst wenn sie sich Mühe gibt, um hochdeutsch ze kalle, scheitert sie in der Regel kläglich.

Ihr Lieblingsausspruch, gerne auch bei Verhandlungen benutzt, ist „Da leckste mich em Gaade!“, wobei sie soweit ich weiß keinen Garten besitzt. Dafür steht sie drauf Todesanzeigen zu lesen und sich diebisch zu freuen, dass sie noch lebt. Sollten die Verhandlungen schleppend verlaufen, weil Leni erst die Verfügbarkeiten abchecken muss, rate ich jedem, nein zu sagen, wenn sie etwas zu essen anbieten. Sie isst gerne Brötchen mit Leberwurst und Schokostreusel. Wenn ihr ein Brot mit Rübenkraut angeboten bekommt, esst es in genügendem Sicherheitsabstand, sie schlägt gerne drunter, was das Brot, samt dem klebrigen pappsüßen Aufstrich mit der Farbe von Altöl, direkt in euer Gesicht befördert, während Leni sich schlapplacht.

Wer dann ausrastet und keinen Spaß versteht, hat das letzte Mal bei ihr was Exotisches eingekauft, was schade ist, denn sie hat einige gute Kanäle.

Lenis Preise sind fair, wenn man ein wenig Talent im Handeln besitzt, sonst zahlt man zwar einen kleinen Aufpreis, dafür ist ihre Ware in der Regel funktionstüchtig und halbwegs in Schuss. Womit wir dann auch beim Thema wären. Alles was man eigentlich nicht in so ner Pfandleihe finden sollte gibt es natürlich auch, wenn man halbwegs nett fragt und nicht zu sehr nach Undercovercop aussieht.