Tulpen aus Amsterdam?

Neulich sagt meine Kollegin nach der Nachtschicht zu mir „Komm wir fahren nach Amsterdam, ich hab ein Doppelticket gewonnen und alleine hab ich keine Lust.“

Doppelticket? Amsterdam? Was ist los? Aber sie meinte es ernst, also packt sie ihre größte Shoppingtasche ein und nimmt mich ins Schlepptau und wir setzen uns hundemüde im Hauptbahnhof in son Zug der voll ist mit beschwipsten ollen Hausfrauen auf Kegeltour und lassen uns nach Amsterdam karren.

Die alten Schnapsdrosseln schmettern eine Stunden lang jeden Schlager, der ihnen einfällt und noch mindestens drei, die ich selbst im Kölner Karneval noch nie gehört habe. Ich wünsche mir spontan Dämpfer oder eine ganze Packung Tranqpatches. Dummerweise hört niemand mein leises Weinen. Ja so ist das Leben.

Aber jede Folter geht irgendwann vorbei und wir kommen endlich an und die Meute fällt aus dem Zug. Ich hoffe inständig, sie verschwinden alle auf Nimmerwiedersehen irgendwo zwischen Tulpen und Gouda.

Hundemüde und schwer genervt kann ich zu Amsterdam nicht viel sagen außer: Die Pommes sind lecker, passt auf, dass ihr nicht in die Grachten fallt und überall Kiffer und Touristennepp in Form von Plastiktulpen und komischen Holzschuhen.

Na egal. Ich gönne mir Plattfüße, eine Koffeinüberdosis und einen Karomini, der mit Amsterdam so viel zu tun hat wie ein steptanzender Eisbär mit Silberfischen. Aber zumindest meine Kollegin ist glücklich und bis zur Nasenspitze vollgestapelt mit Tüten voller Nippes und Klamotten. Also wanken wir zurück gen Zug.

Und da sind sie wieder: Die Kegelschwestern des Grauens!

Leise stöhnend sinke in ich meinen Sitz und wünsche mir, ich hätte doch irgendwelche Kleinigkeiten gekauft, um mein geschundenes Hirn zu betäuben, aber nun ist es zu spät und ich muss da durch.

Wie sagt der Kölner doch so schön: Et is noch immer joot jejange.

Auch wenn es sich gerade definitiv nicht so anfühlt.

Und da kommt doch tatsächlich die Rettung in Form eines schnuckeligen männlichen Blondschopfs dessen Alter nicht jenseits der Mumifizierung liegt. Der Typ sieht genauso verzweifelt aus, wie ich mich fühle und wir quatschen ein bisschen.

Über besoffene Tussen, Amsterdam, Köln und was einem halt so einfällt, wenn man überraschend mit einem attraktiven Menschen zusammentrifft und der auch noch nett und lustig ist.

Wir schaffen es die feierwütige Meute zu ignorieren, die nun sogar im Gang abwechselnd tanzt und sich übergibt. Irgendwann ist dann Köln nur noch fünf Minuten weg und der Blondschopf entschuldigt sich bei mir und verhaftet mal schnell vor dem Aussteigen noch drei verdächtige Typen und übergibt sie an die Bahnpolizei.

Zivilbulle.

Na Klasse. Muss ich jetzt beleidigt sein, weil er mir zum Abschied nur zugezwinkert hat und nicht einmal meine Personalien aufgenommen hat?

Ich bin verwirrt – und schieb das lieber mal auf den Schlafmangel. Öhmja…

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Aller Anfang ist schwer, sagt mein Chumma… Ok, Seitenwechsel

Mit irgendwas neu anfangen ist meist nicht leicht, aber man hat ja nich immer die Wahl, ob man nu was Neues anfangen will oder nicht.

Manchmal rutscht man auch einfach so rein und muss dann sehen, wie man zurecht kommt. Ihr wisst schon, die gute alte „Schwimm oder sauf ab!“-Nummer.

Kleines Beispiel gefällig?

Bitte sehr:

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