Rauchzeichen überm Grüngürtel

Wenn die Rauchsäulen den Grüngürtel vernebeln und einem der Geruch verbrannten Fleisches in die Nase sticht, wenn sich nackte Menschen mit Sonnencreme und Gras zu einer klebrigen Mischung verbinden und man mindestens einen Fußball an den Kopf getreten bekommt – dann ist Sommer in Köln.

Und alles, was auch nur ansatzweise in der Lage ist, ein Feuerzeug zu bedienen, pilgert gen Grüngürtel, um den Grill anzuschmeißen, sich Hautkrebs zu holen und ein paar lecker Kölsch zu vernichten.

Die ganz Bekloppten belagern noch das Rheinufer, um sich dummdreist zur Abkühlung in die Fluten zu stürzen und den Rest des Tages in der Notfallambulanz der Dermatologen zu verbringen, aber so Bescheuerte oder Besoffene kenn ich ehrlich gesagt nicht.

Fakt ist wohl, das die Sonne zumindest in allen männlichen Exemplaren unserer Spezies den unbeugsamen Drang erzeugt, totes Tier auf Gitterroste zu schmeißen, um die dann übers Feuer zu zerren.

Die Damenwelt versucht ja zumeist mit leichten Sommer-Salätchen aus ihrem bevorzugten Beauty-Magazin dagegen zu halten, aber seien wir mal ehrlich, Fett ist nun mal ein Geschmacksträger und Salat kann man nun mal nicht wirklich grillen.

Also nehme ich mir was Kühles zu trinken mit, setz mir ne Kappe auf und genieße die Show. Da spielen sich Dramen ab über vergessene Dinge wie Grillzangen und Kleinkinder.  Da trennen sich Männer von Mädchen, wenn es um die Wahl des besten Grillanzünders geht und hier und da werden vereinzelte Truppenteile gen nächstem Supermarkt entsandt, um mehr Kohle, Fleisch und Bier zu bunkern.

Ist man nett, interessiert und mitleidig genug, sowie im Besitz von Brandblasensalbe, Feuerzeug und einem netten Lächeln nebst tiefem Ausschnitt, kann man sich hemmungslos durchs Buffet schnorren und mit den Telefonnummern von mindestens fünf Studenten und drei Familienvätern nach hause gehen, während hinter einem der Ehekrach in eine neue epische Runde einsteigt. Hachja, ich liebe den Sommer im Grüngürtel. Aber ganz ehrlich, nach ein paar Stunden bin ich auch wieder froh, in die eisige Kälte meiner Arbeitsstelle zurück zu kehren mit nix im Leib außer der bunten Mischung Soy-Würstchen mit Soßen und dem Geruch von Rauch in meinen Haaren. An den Abenden mach ich am meisten Trinkgeld. Irgendwie komisch, oder?

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Und jetzt noch mein persönlicher Favorit beim Grillzubehör:

Winters Zwiebel-Bacon-Butter – denn Ja! Fett ist ein Geschmacksträger!

1 Packung gesalzene Butter

1 Packung Bacon

2 Zwiebeln

1 Teelöffel schwarzen Pfeffer (frisch gemahlen am besten)

5 Teelöffel milden Löwensenf

 

Das können selbst Dummies, vertraut mir.

Holt euer gutes Katana aus dem Schrank und metzelt den Bacon und die Zwiebeln in kleine Würfelchen. Je kleiner, je weniger bleibt euch nachher zwischen den Zähnen hängen.

Macht ein bisschen von der Butter in den Deckel des Mülleimer, in dem ihr das Feuerchen gemacht habt und lasst sie schmelzen. Erst den Bacon rein und bei kleiner Hitze zusehen, wie das Fett langsam schmilzt. Kopf drüber halten, einatmen, Hunger bekommen. Den auf Männer anziehendsten Duft der Welt in den Haaren speichern (Ja, Bacon schlägt auch die teuerste Haarspülung Mädels, vertraut mir!).

Wenn das Fett im Bacon langsam weggeschmolzen ist, kippt die Zwiebeln dazu.

Jetzt eine Runde Hexe am Kessel geben und immer mal wieder rühren, bis das alles knusprig wird. Wenn es schwarz wird kippt es ins Feuer. Röstaromen sind ja nett, aber zu viel schmeckt Scheiße.

Ist alles schön knusprig, kippt es in ne olle Dose, Pfeffer und Senf dazu und wenn ihr nicht klein genug gehackt habt, weil euer Katana zerbrochen ist, haltet den Zauberstab rein und püriert den Kram. Aber nur kurz, sollen ja noch Stückchen übrig bleiben.

Dann die salzige Butter dazu. Rühren bis alles halbwegs gleich aussieht.

Das wird jetzt ein bisschen flüssig, aber wenn ihr es mit ins Eisberg bringt, ist es im rubedidub wieder fest und ich klau es euch.

Und jetzt… Butter, oder Kartoffel oder Fleisch oder Brot oder ne nackte Frau oder was immer ihr als Trägermaterial als geeignet empfindet nehmen, die Butter drauf und… hmmmm… Sommer!

Hat geschätzte 3 Millionen Kalorien pro Portion, aber ich schwöre euch, es ist es wert. Fett sollte gut angelegt sein.

 

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