Wer anderen eine Grube gräbt…

Die Grube – Knapsack

Ok, lasst mich mal mein Halbwissen zusammenraffen und euch ein bisschen was über die Grube in Knapsack erzählen.

Das ist definitiv der Ort der Wahl, wenn ihr drauf steht entweder fett was auf die Nase zu bekommen, selber anderen Leuten die Kauleiste zu verbeulen oder einfach Geld gewinnen oder verlieren wollt, indem ihr drauf wettet, wer am Ende noch steht.

Knapsack ist son verkommener Ex-Industriestadtteil und gehört offiziell mit zu Hürth, das ja nix weiter als ein Vorort von Köln ist.

Früher war die Grube Teil des Knapsacker Industriekomplexes und sorgte wohl dafür, dass genug Kohle eingelagert war, um das Kraftwerk dort im Notfall am Laufen zu halten.

Das Kraftwerk ist lange Geschichte, aber die riesige Halle mit der tiefen Grube, in der früher die Kohlereserve rumlag, steht noch und ist heute zwar teilweise verfüllt, aber immer noch groß genug, um dort Cagefights aufzuziehen, nur braucht man keinen Käfig. Das Publikum liebt es trotzdem, hier muss man sich keine sonderliche Mühe geben, irgendwelche Dinge auf den gegnerischen Kämpfer zu werfen und die einzige Gefahr besteht darin, besoffen in den Kampfbereich zu fallen oder gestoßen zu werden.

Die Halle ist riesig, dreckig und die Kohle der letzten Jahrzehnte sitzt als Staub in jeder Ritze. Zieht euch besser keine hellen Klamotten an und plant ne Dusche für später ein.

Es gibt mindestens drei Kampfzonen, manchmal auch mehr, vor allem am Wochenende. Dazu gibt es eine portable Holoanzeige, wo die Wetten und aktuellen Kämpfe angezeigt werden.

Von der kleinen Schlägerei bis das erste Blut fließt, bis hin zum Kampf bis zum bitteren Ende, gibt es dort angeblich alles. Die Wettquoten sind natürlich sehr abhängig davon, wer gerade in der Grube auftaucht, angekündigte Kämpfe gibt es sehr selten, dann steigt aber auch das Risiko einer Razzia enorm.

Ansonsten kann man sich dort natürlich auch noch mit diversen anderen Dingen die Zeit vertreiben. Von Alk über Drogen bis hin zu Zuhälterei ist in der Grube alles angesagt.

Nicht zu verachten ist die Tatsache, dass sich durchaus auch Kölner, die zu Geld gekommen sind dort blicken lassen. Manchmal parken da Autos, über die jedes Automagazin freuen würde, wenn es die ein Stündchen zur Testfahrt bekommen könnte. Natürlich ist dann auch das Muskelaufkommen neben den spaßsüchtigen Bonzen deutlich höher, als auf der Flaniermeile in der AAA-Gegend.

Aber wer ne gute Gelegenheit zu schätzen weiß…

Achso, bevor ich es vergesse, ne kleine Warnung, was den Weg zur Grube angeht. Weite Teile von Knapsack sind Ghulgebiet. Sobald man sich auch nur ein bisschen von der Straße seitlich in die Büsche schlägt, muss man damit rechnen als Abendessen zu enden. Sieht man nach wehrhaft und Ärger aus, ist die Chance einkassiert oder auch nur dumm angemacht zu werden, natürlich geringer als bei Rotkäppchen allein im Wald. Auf der anderen Seite sind die Ghule natürlich auch dankbare Abnehmer für… nennen wir es mal Reste. So mancher Vermisste oder Verlierer hat sicherlich seinen Weg in den Magen eines Knapsacker Ghuls gefunden. Übrigens sind die Ghule da nicht gerade von der strunzdummen Fraktion. Ob es nun an der Chemie im Boden liegt oder ob die nen cleveren Anführer haben, sie sind nicht ohne und haben auch ihre Verbindungen zur Grube. Es heißt der ungekrönte König der Grube, ein Typ namens Perkele hat ein Herz für die Stinker. Es heißt aber auch, der Kerl wäre völlig ähm… nennen wir es mal schwer kalkulierbar.

Wer euch sicher in die Gegend fährt, wenn ihr nur ein Fahrrad habt, hab ich ja schon geschrieben, mit Bus und Bahn schafft man es nämlich nicht bis raus zur Grube.

Also, FIGHT!

>> Es gibt nen neuen Schläger in der Stadt und ich schwöre, er macht seinem Namen alle Ehre. „Lucky Punch“ heißt der Typ und ich verdanke ihm, dass ich mir die nächsten paar Monate keine Sorgen um meine Miete machen muss. Zwar sind die Wettquoten jetzt nicht mehr ganz so gut wie zu Anfang, aber nett ist es immer noch. Allerdings solltet ihr euch nicht damit aufhalten, erst noch Popcorn zu besorgen. Der Kampf ist schneller zu Ende, als ihr Aua sagen könnt.

>>JuBee

>> Wenn man sich so ansieht, was der Typ versäuft, wundert es mich, dass er überhaupt noch gerade stehen kann. Aber beruhigend zu wissen, dass er gut austeilen kann, immerhin hält er ein Auge auf meinen Goldtopf. Jaja, die Iren. Saufen, prügeln, Dinge sprengen… Hach, damals war das Leben noch nett und einfach.

>> Molly

>> So langsam hab ich ne Ahnung, wieso im Goldtopf Dünger gelagert war. Und warum es das Hinterzimmer in ne andere Umlaufbahn geschossen hat.

>>Winter137

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