Ich glaub, ich spinne…

Sooo Chummas, nu war es aber doch ein ganzes Weilchen ruhig um mich, nehmt es als verfrühten Winterschlaf, aber ich hatte so viel um die Öhrchen, das war nicht mehr feierlich.

Aber dafür hab ich jetzt auch ein paar krabbelige News für euch.

Krabbelig deswegen, weil es um unsere achtbeinigen vieläugigen Kumpels geht, relaxt und gerne mal abhängend in diversen Netzen… Ja, ihr wisst schon was ich meine, unsere Freunde die Spinnen. Zumindest bezeichnet Arrak sie so und der sollte es eigentlich wissen. Wobei, ich hab ihn gefragt was diese Invasion soll und außer nem seligen Grinsen habe ich nur ein zugedröhntes Schulterzucken bekommen und die Aussage, dass Anansi viele Kinder hat. Ja Danke auch, hab ich gemerkt. Dass die aber mal schnell meine Haupteinnahmequelle erobern müssen, das muss nu echt nicht sein.

Und ja, das Eisberg war abgesoffen, aber so was von. In hunderttausenden winziger goldener Spinnen. Die wären ja ganz hübsch gewesen, wenn sie nicht in meinem Spind, in den Getränken und überhaupt überall rumgelaufen wären – inklusive der Elektronik. Wir mussten echt schließen und den Kammerjäger kommen lassen.

Natürlich gab es den Verdienstausfall nicht bezahlt und dementsprechend hab ich mir fast ein Loch in den Bauch gefreut, als Arrak mir ne kleine Führung in den nun völlig vernetzten Eisberg bezahlen wollte. Ja, die Betonung liegt auf „wollte“. Hat er nämlich nicht.

Wir sind da rein, ich hab ihm das ganze Schlamassel gezeigt und er ist aufgeregt, wie ein Kind zu Weihnachten, durch die Bude gelaufen. Und dann einfach umgekippt.

Ich dachte erst, er macht irgendein Schamanending, aber er ist echt ungebremst mit dem Kopf auf die Tanzfläche geknallt und da lag er dann. Echt super. Und stand nicht wieder auf! Die Spinnen waren schon kurz davor, ihn auch noch einzuspinnen, da hab ich ihn rausgeschleppt. Denn wach geworden ist er nicht mehr. Und ich sag es euch, auch wenn Arrak eigentlich ein klapperdürrer Kerl ist, das war ne elende Plackerei, ihn bis zum Hinterausgang zu schleifen. Jetzt bloß keine Vorwürfe bitte, denn ja, ich hatte geprüft ob er noch lebt. Tat er. Nur wach wurde er nicht. Ich hab ihn dann erstmal hinterm Leergut versteckt und hab mir dann überlegt Hilfe zu holen.

Diese winzigen kleinen Goldspinnchen waren überall und ganz scharf drauf, Arrak als Hauptattraktion in ihre Netze zu packen. Fressen die den eigentlich? Neee, oder? Und wenn doch?

Da ich mir nicht sicher war, bin ich also los, um Angarius um Hilfe zu bitten, aber ich konnte ihn nicht finden. Dabei bin ich sogar in die Kirche und hab vielleicht ein klitzekleines bisschen um Hilfe gebete… äh gefragt. Aber anscheinend hat die Kirche nicht sonderlich viel für Ex-Vampirfutter-Goth übrig oder die Leitung war besetzt oder so. Auf jeden Fall kam keine Hilfe, dafür hatte ich aber ne Idee.

Ich also im Laufschritt zurück zum Eisberg, um die Getränkesackkarre zu suchen und… Weg! Also nicht die Sackkarre, sondern Arrak.

Da war ich erstmal sauer. Der Blödmann schuldete mir zum einen noch Geld und zum anderen hatte ich mir echt Sorgen gemacht und da haut er einfach ab!

Nur… seitdem ist er total abgetaucht. Ich kann ihn nirgendwo finden. Und was ich ein bisschen gruselig finde ist, dass die Goldspinnchen auch weg sind. Als der Kammerjäger kam, meinte er, mein Chef wolle ihn verarschen und er würde nicht die Überreste ner verfrühten Halloweenparty aufräumen. Denn nirgendwo im Eisberg war auch nur das winzigste kleine Goldspinnchen zu finden. Aber die ganzen ekligen Klebefäden und Netze sind noch da. Komisch, oder?

Tja, also muss ich jetzt Netze wegputzen statt Getränke schleppen, was doof ist, weil die Spinnen kein Trinkgeld dagelassen haben. Und ich frag mich wo Arrak ist und ob ich nicht mal diesen Anansi frage, von dem er dauernd geredet hat, nur… Wer ist das und wo finde ich den?

Und wo sind diese winzigen Goldspinnchen alle hin? Die spinnen doch!

Solltet ihr also demnächst Besuch von den vielbeinigen Viechern bekommen, sagt Bescheid. Und wenn ihr Arrak findet auch, der schuldet mir immerhin noch Geld!

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Rauchzeichen überm Grüngürtel

Wenn die Rauchsäulen den Grüngürtel vernebeln und einem der Geruch verbrannten Fleisches in die Nase sticht, wenn sich nackte Menschen mit Sonnencreme und Gras zu einer klebrigen Mischung verbinden und man mindestens einen Fußball an den Kopf getreten bekommt – dann ist Sommer in Köln.

Und alles, was auch nur ansatzweise in der Lage ist, ein Feuerzeug zu bedienen, pilgert gen Grüngürtel, um den Grill anzuschmeißen, sich Hautkrebs zu holen und ein paar lecker Kölsch zu vernichten.

Die ganz Bekloppten belagern noch das Rheinufer, um sich dummdreist zur Abkühlung in die Fluten zu stürzen und den Rest des Tages in der Notfallambulanz der Dermatologen zu verbringen, aber so Bescheuerte oder Besoffene kenn ich ehrlich gesagt nicht.

Fakt ist wohl, das die Sonne zumindest in allen männlichen Exemplaren unserer Spezies den unbeugsamen Drang erzeugt, totes Tier auf Gitterroste zu schmeißen, um die dann übers Feuer zu zerren.

Die Damenwelt versucht ja zumeist mit leichten Sommer-Salätchen aus ihrem bevorzugten Beauty-Magazin dagegen zu halten, aber seien wir mal ehrlich, Fett ist nun mal ein Geschmacksträger und Salat kann man nun mal nicht wirklich grillen.

Also nehme ich mir was Kühles zu trinken mit, setz mir ne Kappe auf und genieße die Show. Da spielen sich Dramen ab über vergessene Dinge wie Grillzangen und Kleinkinder.  Da trennen sich Männer von Mädchen, wenn es um die Wahl des besten Grillanzünders geht und hier und da werden vereinzelte Truppenteile gen nächstem Supermarkt entsandt, um mehr Kohle, Fleisch und Bier zu bunkern.

Ist man nett, interessiert und mitleidig genug, sowie im Besitz von Brandblasensalbe, Feuerzeug und einem netten Lächeln nebst tiefem Ausschnitt, kann man sich hemmungslos durchs Buffet schnorren und mit den Telefonnummern von mindestens fünf Studenten und drei Familienvätern nach hause gehen, während hinter einem der Ehekrach in eine neue epische Runde einsteigt. Hachja, ich liebe den Sommer im Grüngürtel. Aber ganz ehrlich, nach ein paar Stunden bin ich auch wieder froh, in die eisige Kälte meiner Arbeitsstelle zurück zu kehren mit nix im Leib außer der bunten Mischung Soy-Würstchen mit Soßen und dem Geruch von Rauch in meinen Haaren. An den Abenden mach ich am meisten Trinkgeld. Irgendwie komisch, oder?

 ***

Und jetzt noch mein persönlicher Favorit beim Grillzubehör:

Winters Zwiebel-Bacon-Butter – denn Ja! Fett ist ein Geschmacksträger!

1 Packung gesalzene Butter

1 Packung Bacon

2 Zwiebeln

1 Teelöffel schwarzen Pfeffer (frisch gemahlen am besten)

5 Teelöffel milden Löwensenf

 

Das können selbst Dummies, vertraut mir.

Holt euer gutes Katana aus dem Schrank und metzelt den Bacon und die Zwiebeln in kleine Würfelchen. Je kleiner, je weniger bleibt euch nachher zwischen den Zähnen hängen.

Macht ein bisschen von der Butter in den Deckel des Mülleimer, in dem ihr das Feuerchen gemacht habt und lasst sie schmelzen. Erst den Bacon rein und bei kleiner Hitze zusehen, wie das Fett langsam schmilzt. Kopf drüber halten, einatmen, Hunger bekommen. Den auf Männer anziehendsten Duft der Welt in den Haaren speichern (Ja, Bacon schlägt auch die teuerste Haarspülung Mädels, vertraut mir!).

Wenn das Fett im Bacon langsam weggeschmolzen ist, kippt die Zwiebeln dazu.

Jetzt eine Runde Hexe am Kessel geben und immer mal wieder rühren, bis das alles knusprig wird. Wenn es schwarz wird kippt es ins Feuer. Röstaromen sind ja nett, aber zu viel schmeckt Scheiße.

Ist alles schön knusprig, kippt es in ne olle Dose, Pfeffer und Senf dazu und wenn ihr nicht klein genug gehackt habt, weil euer Katana zerbrochen ist, haltet den Zauberstab rein und püriert den Kram. Aber nur kurz, sollen ja noch Stückchen übrig bleiben.

Dann die salzige Butter dazu. Rühren bis alles halbwegs gleich aussieht.

Das wird jetzt ein bisschen flüssig, aber wenn ihr es mit ins Eisberg bringt, ist es im rubedidub wieder fest und ich klau es euch.

Und jetzt… Butter, oder Kartoffel oder Fleisch oder Brot oder ne nackte Frau oder was immer ihr als Trägermaterial als geeignet empfindet nehmen, die Butter drauf und… hmmmm… Sommer!

Hat geschätzte 3 Millionen Kalorien pro Portion, aber ich schwöre euch, es ist es wert. Fett sollte gut angelegt sein.

 

Lenis Klüngelbud – Die Pfandleihe

Ok, ich weiß ja nicht, womit ihr so euer Geld macht, aber ich verdien mir ab und zu was dabei, indem ich kleinere Botengänge erledige. Was ich da schon für kuriose Dinge besorgen sollte, glaubt mir kein Metamensch.

Ein guter Anlaufpunkt für die meisten Sachen ist entweder der nächste größere Baumarkt oder aber Lenis Klüngelbud, eine Pfandleihe auf der Luxemburger Straße, stadtauswärts Richtung Hürth.

Hier gibt es alles Mögliche und vor allem Unmögliches. Unglaublich, wovon sich die Leute für ne Hand voll Kleingeld trennen.

Natürlich nimmt Leni, die Besitzerin, auch Sachen in Zahlung, erwartet euch aber bitte keinen wundersamen Geldregen. Das kaufen macht hier deutlich mehr Spaß, als das verkaufen.

Die Besitzerin hat eine kleine Stocklist in der Matrix, die erstaunlicherweise sehr aktuell ist und auch eine Ankaufgesuche-Rubrik. Wenn ihr also noch alten Plunder im Keller stehen habt, könnt ihr ihn bei Leni vielleicht versilbern, statt ihn zur Müllkippe schleppen zu müssen.

Lenis Laden ist, genau wie die Besitzerin eher winzig. Die Pfandleihe ist in eine Häuserlücke gezwängt und ich bin mir nicht so ganz sicher, ob da überhaupt jemals ein Laden sein sollte. Fakt ist, das der Laden sich über mindestens drei Stockwerke erstreckt, von denen man aber nur das Erdgeschoss betreten kann, den Rest nutzt Leni als Lager und ich bin mir ziemlich sicher, dass nur sie weiß, was wo liegt.

Alleine die Auslagen im Laden treiben mich schon in den Wahnsinn. Man braucht scheinbar ewig, um alles in den Unmengen an Auslagen, die jeden freien Zentimeter bedecken zu sehen und dann entdeckt man doch beim dritten Hinschauen immer noch was Neues, wovon man schwören könnte, das es eben noch nicht da war.

Das winzige Schaufenster ist genau wie die Türe und die meisten Vitrinen und Schaukästen solide vergittert und Leni sitzt ebenfalls in ihrem Kassenhäuschen hintern Gittern auf ihrem Thron. So nennt sie den ollen Ohrensessel, der sie bis auf Tischniveau bringt, denn die gute Leni ist eine Zwergin und selbst für diesen Metatypus ist sie ein bisschen kurz geraten. Dafür ist sie fast so breit wie hoch und hat eine Stimme, die auf mindestens einen Ork schließen lässt. Muss wohl dran liegen, dass sie Kettenraucherin ist, ich wette, sie steigt noch mit Fluppe im Mund unter die Dusche. Zumindest hab ich sie noch nie ohne gesehen.

Ansonsten ist die Zwergin mit ihren grauen Kringellöckchen und dem geblümten Kittel ohne Ärmel ein kölsches Original. Leute die von außerhalb kamen, hatten schon Probleme sie zu verstehen, denn selbst wenn sie sich Mühe gibt, um hochdeutsch ze kalle, scheitert sie in der Regel kläglich.

Ihr Lieblingsausspruch, gerne auch bei Verhandlungen benutzt, ist „Da leckste mich em Gaade!“, wobei sie soweit ich weiß keinen Garten besitzt. Dafür steht sie drauf Todesanzeigen zu lesen und sich diebisch zu freuen, dass sie noch lebt. Sollten die Verhandlungen schleppend verlaufen, weil Leni erst die Verfügbarkeiten abchecken muss, rate ich jedem, nein zu sagen, wenn sie etwas zu essen anbieten. Sie isst gerne Brötchen mit Leberwurst und Schokostreusel. Wenn ihr ein Brot mit Rübenkraut angeboten bekommt, esst es in genügendem Sicherheitsabstand, sie schlägt gerne drunter, was das Brot, samt dem klebrigen pappsüßen Aufstrich mit der Farbe von Altöl, direkt in euer Gesicht befördert, während Leni sich schlapplacht.

Wer dann ausrastet und keinen Spaß versteht, hat das letzte Mal bei ihr was Exotisches eingekauft, was schade ist, denn sie hat einige gute Kanäle.

Lenis Preise sind fair, wenn man ein wenig Talent im Handeln besitzt, sonst zahlt man zwar einen kleinen Aufpreis, dafür ist ihre Ware in der Regel funktionstüchtig und halbwegs in Schuss. Womit wir dann auch beim Thema wären. Alles was man eigentlich nicht in so ner Pfandleihe finden sollte gibt es natürlich auch, wenn man halbwegs nett fragt und nicht zu sehr nach Undercovercop aussieht.

Liegen wir och enmal op Melaten…

Melaten ist ein ziemlich bekannter Friedhof in Köln. Hier gibt es sowohl Promi-Gräber der kölschen Urgesteine, als auch stinknormale 08/15-Verkippungen der sterblichen Überreste von jedem, der eben das Glück oder Unglück hatte, in unserer schönen Domstadt den Löffel abzugeben.

Es gibt sogar regelmäßige Touristenführungen in den hübscheren Bereichen des Friedhofs und einige der Gräber sind echt nen Besuch wert. Alleine das Kopfschütteln darüber, was hier alles so möglich ist und auch noch auf nem Friedhof aufgestellt wird, beschert einem zuverlässig ein Schleudertrauma. Aber ok. Jeder Jeck is anders, wie der Kölner so gerne sagt.

Touristen erschrecken mag ein beliebter Spass der kölschen Pänz sein, die es sich nicht verkneifen können, als Gruselmonster verkleidet hinter der nächsten Gruft vorzuspringen, doch gab es da auch schon hässliche Zwischenfälle mit überreagierenden vercyberten Stadtbesuchern.  Eigentlich sind wir ja alle zu alt für solchen Blödsinn, oder? Oder?!

Egal. Wovon ich euch eigentlich erzählen wollte, ist dass man auf dem Friedhof noch so einiges anderes treffen kann, als verwelkte Blümchen und schiefe Grabsteine.

Taschendiebe lieben die alten Omas, die sich hier am Gehwägelchen durch die Reihen schieben, um dem toten Opa ein Kerzchen anzuzünden. Die laufen einem nicht wirklich hinterher, wenn man ihnen die Tasche klaut. Allerdings sollte man bedenken, wann die Renten ausgezahlt werden, sonst legt man nachher aus Mitleid noch drauf und wer braucht schon das dreiundzwanzigste nach kölnisch Wasser stinkende Spitzentaschentuch als Trophäe? Niemand. Also, vergesst die Omas und haltet euren Kram fest.

Denken wir eine Runde größer. Noch größer… Ok. Ihr wolltet schon immer mal nen echten Vampir treffen? Ja, haben wir. Aber Achtung! Das meiste, was schwarze Umhänge trägt und beim Sprechen wegen der Spitzzähne lispelt, ist definitiv ein Fake. Dafür sind die Spinner ganz scharf auf Feten auf dem Friedhof und sind auch nicht abgeneigt, den lecker Mädche ein paar Scheine dafür zuzustecken, dass sie sich als Blutspender zur Verfügung stellen. Ein kleiner Tipp unter Mädels, tragt was scharfes in Schwarz und achtet drauf, euch nicht zu viel abzapfen zu lassen. Zum einen ist Blutmangel doof beim wegrennen, sollte es mal brenzlig werden und zum anderen kotzen euch die Spinner sonst in die Spitzencorsage. Zu viel Blut im Magen gibt nunmal Börks bei Normalsterblichen. Achso, und lasst euch nicht beißen, das gibt hässliche blaue Flecken und funktioniert doch nicht wirklich, nehmt lieber steriles Blutabnahmebesteck, denn Sicherheit geht vor, nicht wahr? Im Karnevalsbedarf gibt es ganz entzückende mit Kunstklunker besetzte Goldschimmerbecher aus Plastik, wenn ihr so einen mitnehmt, um den „Königen der Nacht“ euer flüssiges Innenleben zu kredenzen, werden sie euch lieben – bis Mama ihnen das Taschengeld kürzt.

Wollt ihr einem echten Vampir begegnen, dann seid ihr auf Melaten eher falsch, da empfehle ich euch das Eisberg, aber davon berichte ich euch ein andermal mehr. Also geht davon aus, alles was ihr an angeblichen Vampiren auf dem Friedhof trefft, sind Freaks.

Und da wären wir auch gleich bei meiner nächsten Gruppe von Leuten, die auf Melaten rumeiern. Freaks. Hmja, ich muss gestehen, seit mir einer der Freaks da letztes Mal den Hintern gerettet hat, seh ich das doch aus einem etwas differenzierteren Blickwinkel.

Ok, ich gehöre nicht wirklich zu den gläubigen Menschen, aber ich muss mich auch nicht die ganze Zeit drauf konzentrieren, nicht in Flammen aufzugehen, wenn ich ne Kirche betrete. Trotzdem finde ich Leute in komischen Klamotten, die bei jeder Gelegenheit die Bibel zitieren, statt einem ne normale Antwort zu geben, eher schräg. Vor allem, wenn sie sich auch noch eher im verfallenden Bereich des Friedhofs aufhalten und dazu neigen quasi aus der Dunkelheit zu materialisieren. Ich glaub ja nicht, dass der Typ ein Vampir ist, aber vom Gruselfaktor kommt er oft nah ran. Fakt ist aber, dass ich letztens sehr unschön von seiner Aussage, es gäbe Ghule auf Melaten, überzeugt wurde. Ich hab ja gedacht es ist nur ne kleine Freak-Story, als er mir erzählte, er würde Ghule jagen, aber als er mich letztens davor bewahrte, von ner ganzen Horde als Hauptgang verspeist zu werden, da hätte ich jedes Hallelujah für ihn gesungen, dass er hören will. Amen! Danke Schnüffi, hast was gut bei mir!

Also, achtet auf eure Hintern. Vor allem im Bereich des Krematoriums, wo man angeblich auch unter der Hand gebrauchte Cyberware bekommen kann. Nicht in jeder Plastiktüte hier sind Ersatzkerzchen und nicht auf jeder Leih-Schubkarre (Euro zum freimachen nicht vergessen!) wird nur Graberde durch die Gegend gefahren.

In diesem Sinne, ruhet sanft – und bleibt verdammt nochmal liegen!

Wer anderen eine Grube gräbt…

Die Grube – Knapsack

Ok, lasst mich mal mein Halbwissen zusammenraffen und euch ein bisschen was über die Grube in Knapsack erzählen.

Das ist definitiv der Ort der Wahl, wenn ihr drauf steht entweder fett was auf die Nase zu bekommen, selber anderen Leuten die Kauleiste zu verbeulen oder einfach Geld gewinnen oder verlieren wollt, indem ihr drauf wettet, wer am Ende noch steht.

Knapsack ist son verkommener Ex-Industriestadtteil und gehört offiziell mit zu Hürth, das ja nix weiter als ein Vorort von Köln ist.

Früher war die Grube Teil des Knapsacker Industriekomplexes und sorgte wohl dafür, dass genug Kohle eingelagert war, um das Kraftwerk dort im Notfall am Laufen zu halten.

Das Kraftwerk ist lange Geschichte, aber die riesige Halle mit der tiefen Grube, in der früher die Kohlereserve rumlag, steht noch und ist heute zwar teilweise verfüllt, aber immer noch groß genug, um dort Cagefights aufzuziehen, nur braucht man keinen Käfig. Das Publikum liebt es trotzdem, hier muss man sich keine sonderliche Mühe geben, irgendwelche Dinge auf den gegnerischen Kämpfer zu werfen und die einzige Gefahr besteht darin, besoffen in den Kampfbereich zu fallen oder gestoßen zu werden.

Die Halle ist riesig, dreckig und die Kohle der letzten Jahrzehnte sitzt als Staub in jeder Ritze. Zieht euch besser keine hellen Klamotten an und plant ne Dusche für später ein.

Es gibt mindestens drei Kampfzonen, manchmal auch mehr, vor allem am Wochenende. Dazu gibt es eine portable Holoanzeige, wo die Wetten und aktuellen Kämpfe angezeigt werden.

Von der kleinen Schlägerei bis das erste Blut fließt, bis hin zum Kampf bis zum bitteren Ende, gibt es dort angeblich alles. Die Wettquoten sind natürlich sehr abhängig davon, wer gerade in der Grube auftaucht, angekündigte Kämpfe gibt es sehr selten, dann steigt aber auch das Risiko einer Razzia enorm.

Ansonsten kann man sich dort natürlich auch noch mit diversen anderen Dingen die Zeit vertreiben. Von Alk über Drogen bis hin zu Zuhälterei ist in der Grube alles angesagt.

Nicht zu verachten ist die Tatsache, dass sich durchaus auch Kölner, die zu Geld gekommen sind dort blicken lassen. Manchmal parken da Autos, über die jedes Automagazin freuen würde, wenn es die ein Stündchen zur Testfahrt bekommen könnte. Natürlich ist dann auch das Muskelaufkommen neben den spaßsüchtigen Bonzen deutlich höher, als auf der Flaniermeile in der AAA-Gegend.

Aber wer ne gute Gelegenheit zu schätzen weiß…

Achso, bevor ich es vergesse, ne kleine Warnung, was den Weg zur Grube angeht. Weite Teile von Knapsack sind Ghulgebiet. Sobald man sich auch nur ein bisschen von der Straße seitlich in die Büsche schlägt, muss man damit rechnen als Abendessen zu enden. Sieht man nach wehrhaft und Ärger aus, ist die Chance einkassiert oder auch nur dumm angemacht zu werden, natürlich geringer als bei Rotkäppchen allein im Wald. Auf der anderen Seite sind die Ghule natürlich auch dankbare Abnehmer für… nennen wir es mal Reste. So mancher Vermisste oder Verlierer hat sicherlich seinen Weg in den Magen eines Knapsacker Ghuls gefunden. Übrigens sind die Ghule da nicht gerade von der strunzdummen Fraktion. Ob es nun an der Chemie im Boden liegt oder ob die nen cleveren Anführer haben, sie sind nicht ohne und haben auch ihre Verbindungen zur Grube. Es heißt der ungekrönte König der Grube, ein Typ namens Perkele hat ein Herz für die Stinker. Es heißt aber auch, der Kerl wäre völlig ähm… nennen wir es mal schwer kalkulierbar.

Wer euch sicher in die Gegend fährt, wenn ihr nur ein Fahrrad habt, hab ich ja schon geschrieben, mit Bus und Bahn schafft man es nämlich nicht bis raus zur Grube.

Also, FIGHT!

>> Es gibt nen neuen Schläger in der Stadt und ich schwöre, er macht seinem Namen alle Ehre. „Lucky Punch“ heißt der Typ und ich verdanke ihm, dass ich mir die nächsten paar Monate keine Sorgen um meine Miete machen muss. Zwar sind die Wettquoten jetzt nicht mehr ganz so gut wie zu Anfang, aber nett ist es immer noch. Allerdings solltet ihr euch nicht damit aufhalten, erst noch Popcorn zu besorgen. Der Kampf ist schneller zu Ende, als ihr Aua sagen könnt.

>>JuBee

>> Wenn man sich so ansieht, was der Typ versäuft, wundert es mich, dass er überhaupt noch gerade stehen kann. Aber beruhigend zu wissen, dass er gut austeilen kann, immerhin hält er ein Auge auf meinen Goldtopf. Jaja, die Iren. Saufen, prügeln, Dinge sprengen… Hach, damals war das Leben noch nett und einfach.

>> Molly

>> So langsam hab ich ne Ahnung, wieso im Goldtopf Dünger gelagert war. Und warum es das Hinterzimmer in ne andere Umlaufbahn geschossen hat.

>>Winter137

Am Ende des Regenbogens wartet nicht nur der Topf aus Gold…

Leute schaut mal:

/schnipp/

kam es am vergangenen Donnerstag erneut zu schweren Unruhen vor der Kneipe „Goldtopf“ in Köln-Chorweiler.

Die Inhaberin, Molly Izmir, verweigerte weinend jeden Kommentar zu den Vorkommnissen, während die angerückte Feuerwehr versuchte, das im Gastraum tobende Feuer daran zu hindern, auf das ganze Gebäude überzugreifen. Explosionen aus dem Inneren behinderten die Löscharbeiten erheblich.

Vermutet wird das Zusammentreffen zweier verfeindeter Go-Gangs, wobei die acht Leichen vor dem Lokal im Moment noch nicht identifiziert sind. Auch über die Identität des Schützen, der die Männer anscheinend teilweise aus voller Fahrt von ihren Motorrädern geschossen haben muss, verweigert die Polizei wegen laufender Ermittlungen eine Stellungnahme.

Gerüchteweise wurden Blutspuren auf dem gegenüberliegenden Gebäude sichergestellt.

Am Hinterhof des Goldtopfes konnten ebenfalls Kampfspuren festgestellt werden. Hier kamen die Angreifer aber anscheinend aus der Kanalisation und konnten nur Dank dem beherzten Eingreifen von Türstehern des Goldtopfes und wehrhaften Gästen daran gehindert werden, sich Zugang zu den Innenräumen des Lokals zu verschaffen.

Frau Müller-Wohlgemut, eine rüstige Seniorin aus dem Haus gegenüber, berichtete von „…schrecklichen haarlosen Wesen mit Krallen, die den netten Troll ansprangen…“, so dass die umliegenden Bewohner sich aus Angst vor Ghulen in ihren Häuser verbarrikadiert haben. Gewebeproben sind zur Untersuchung im Labor, wir berichten, sobald die Polizei ihre Stellungnahme gibt.

/schnapp/

Holla, ich sag es euch, da war was los. Ne Kollegin von mir ist aus der brennenden Bude gerannt, bevor da der halbe Innenraum in die Luft geflogen ist. Und das mit den Ghulen im Hinterhof ist wohl keine Zeitungsente. Nach vorne raus hat sie sich wegen der Schießerei nicht getraut.

Der Goldtopf war ja echt ne nette Kneipe, bevor er den Direktzugang zum Keller spendiert bekam. Angeblich ist das komplette Besprechungszimmer Geschichte und dazu gibt es jetzt mehrere offene Durchreichen in die Nachbarwohnungen.

Molly berappelt sich gerade wieder und schwört, dass sie die Bude wieder hochzieht.  Sie überlegt sogar den Topf zu erweitern, jetzt wo die Nachbarwohnungen quasi heiß saniert wurden.

Aber ich sag euch, die Bude bringt kein Glück. Ich hab mich mal ein bisschen umgehört und die Location hat jetzt innerhalb der letzten zwei Jahre den vierten Besitzer mit Molly und jeder andere hat schneller das Handtuch geschmissen, als die Neonreklame mit dem Namen des Ladens aufgehängt war.

Ist ja auch nicht das erste Mal, dass Molly Ärger hatte, zur Eröffnung gab es nen fiesen Anschlag mit Brechgas und Farbbomben. Ich sag euch, meine Klamotten waren danach ein Fall für die Mülltonne.

Aber nachdem sie sich ein paar Leutchen engagiert hatte, die ein Auge auf die Gäste und die Türen halten sollten, sah es ja nach ner sicheren Nummer aus und dann… sprengt es den halben Laden. Da ist doch was faul.

Ich frag mich nur, wer bescheuert genug ist, sich neben Gangern auch noch Ghule zu engagieren, um Stress zu machen.

Das stinkt doch nach Knapsacker Klüngel.

Also, wenn ihr ein ruhiges Bierchen trinken wollt, verzichtet lieber erstmal drauf, dem Goldtopf nen Besuch abzustatten, es sei denn, ihr steht auf eigenwillige Innenausstattung und den Thrill ner Infektion mit Ghulscheiß. Glatze soll ja diesen Sommer wieder ganz groß im kommen sein, aber mein Fall isses nich.

Für die Katastrophentouristen unter euch, die es nicht lassen können, sich den Laden mal aus der Nähe anzuschauen, häng ich mal nen alten Plan an. Wie gesagt, ob die Wände noch alle stehen, kann ich nicht garantieren, aber so wisst ihr wenigstens, aus welchem Fenster ihr springen könnt, wenn der Topf zu viel Feuer kriegt. Angeblich kostet im Moment alles nur die Hälfte, Molly will die Bude am laufen halten und die Aufräumarbeiten sind im vollen Gange.

map goldtopf Prost!

Combat Cab nach Chorweiler

Hey ihr fußlahmen Krücken, bringt euch der Nahverkehr nicht weiter (ich meine den mit Bus und Bahn!), das Fahrrad hat nen Platten oder ihr wollt euch den hübschen neuen Lack der Familienkutsche nicht auf Streifendesign umstylen lassen?

Also dann empfehle ich euch mal nen Chumma, der sich nicht zu fein ist, euch auch in die Gegenden zu fahren, wo man die Türverriegelung schon vor der Veedelsgrenze aktiviert und sich nicht wundert, wenn es aus dem Hochhaus olle Trids und Kühltruhen regnet.

Der Junge heißt Torx und fährt nen heißen Reifen. Er hat ein Combat Cab, genauer nen Shortcourse Truck und die Kiste ist nicht nur schnell und auch außerhalb der Straße zuhause, sondern hat auch noch Platz für drei Personen und Gepäck. Und wenn ich Gepäck sage, dann meine ich Gepäck. Also Salamibaguette und ein paar Oliven extra kriegt er immer locker in die Kühltruhe seiner Karre.

Call 555-TORXCAB

Könnt ja sagen, Winter hat ihn euch empfohlen und neee, ich krieg keine Prozente.

>> De Jung kenn isch, dä hat auch so kleine Autöchen, so flinke Flitza, mit denne du supa ma hierhin un dohin komms.

Ab un zo siehste dä uff da Rennstreck in Erftstadt, da hinge bei de Motocrossa.

Ich sachet dia, die sin schnell, da biste flott ma unterm Zaun durch jeflupp, da leckste mich em Gaade!

>>Fritz-Flitza

Torx Drohne

Torx RC

>> Also über die Drohnen kann ich nichts sagen, aber Torx hat uns letztens zur Grube nach Knapsack gefahren, die Gegend ist wegen der Ghule ja nicht ganz ohne und ich kann ihn nur empfehlen, netter Kerl und coole Karre. Außerdem hat er genug Plastikplane mit, da muss man nicht so Angst haben, für den Rückweg Aufpreis zahlen zu müssen, weil man auf die Sitze blutet.

>> Hamma

Hab noch ein paar Picx gefunden. Anscheinend hat er mehr als eines dieser Teile am Start.

Die Kisten laufen bis zu 100 km/h schnell ab Werk – aufgebohrt geht da sicher mehr. Find ich schon ziemlich ordentlich und im Sneek-Mode sind sie zwar nicht ganz so flott, aber dafür verdammt leise.

Pack n Kilo Sprengstoff drauf und ne Verfolgungsjagd auf der  Autobahn bekommt völlig neue explosive Momente. Und son kleinen Flitzer hast du schneller ausgesetzt, als dein Gegner hupen kann.

Die Karossen sind mit wenigen Handgriffen abmontiert und da sie aus Kunststoff sind, kann man sie auch günstig modifizieren. Klingt für mich nach nem Ding mit Potential, aber ich bin nur die Saftschubse und kenn mich nicht so wirklich aus mit dem Kram.